Schlagwort-Archiv: Rapakiwi

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 1

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Großer Block eines porphyraplitischen Rapakiwis, Steinitz (Nr. 070, Breite 70 cm). – Die Vielfalt und Variationsbreite von Rapakiwi-Gesteinen aus den ostbaltischen Herkunftsgebieten auf den Steinhalden der Niederlausitz ist bemerkenswert hoch. Allerdings kann die genaue Herkunft dieser Gesteine oftmals nicht ermittelt werden, da sie entweder minder ausgeprägte charakteristische Eigenschaften besitzen, die auf Gesteine mehrerer Rapakiwiplutone zutreffen (gleichkörnige Rapakiwis, Prick-Granite etc.) oder das Anstehende ein bisher nicht beprobbares Unterwasservorkommen ist. Letzterer Umstand betrifft v.a. folgende Gebiete:   Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 2

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Von einigen Rapakiwigesteinen konnten im Tagebau Cottbus-Nord Handstücke geschlagen werden (s.a. Rapakiwis Teil 1). Dieser Bereich befindet sich gerade in der Rekultivierungsphase. Der gesamte Tagebau wird geflutet, und es ist zu erwarten, daß die Gesteine in Zukunft nicht mehr zugänglich sind. Bei der Befahrung fiel eine gewisse Anzahl, etwa 20 Blöcke, an grobkörnigen, porphyrischen Rapakiwis auf, von denen einige ziemlich sicher nach Kökar gehören. Bei anderen könnte dies aufgrund ähnlicher petrographischer Eigenschaften der Fall sein. Typische Åland-Gesteine traten ebenfalls auf, in etwa gleicher Menge. Dies ist zwar nur ein subjektiver Eindruck von begrenzter Aussagekraft, offenbart aber eine eigenwillig zusammengestellte Geschiebegemeinschaft.    Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Einleitung

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Gneisgranit, vermutlich svekofennischer Herkunft (kein Revsund-Granit), mit deformierter Aplitader am Nordrand des 2015 stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord, Breite etwa 3 Meter. Fünftgrößter geborgener Findling im Niederlausitzer Braunkohlerevier.

Fährt man durch das Niederlausitzer Bergbaurevier, fallen die zahlreichen großen Steine an den Tagebaurändern auf. Die Bergbautätigkeit auf Braunkohle bringt unzählige Gesteinsblöcke aus glazialen Ablagerungen ans Tageslicht. Während der drei großen Vereisungszyklen vergangener Kaltzeiten, v.a. während der Saale- und Elster-Vereisung, transportierte das Inlandeis Gesteine aus dem Norden in dieses Gebiet, sog. Geschiebe. Die Steine sind ein Abbild längst abgetragener Gebirge des Baltischen Schildes mit hohen Altern, hauptsächlich entstanden in einem Zeitraum vor etwa 1 bis knapp 2 Milliarden Jahren (1-2 Ga). Die Geschiebekunde beschäftigt sich u.a. mit der petrographischen Bestimmung dieser Gesteine aus dem fennoskandischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen und geologischen Herkunft.

In der vorliegenden Artikelserie werden Geschiebe sowohl hinsichtlich der Petrographie als auch der Bestimmung eines mehr oder minder exakt zu benennenden Heimatgebietes besprochen. Dabei geht es vornehmlich um die großen, immobilen Steine ab etwa 30 cm Durchmesser, die in keine Sammlung passen und daher fast ausschließlich fotografisch erfasst wurden. Die Bewahrung aller interessanter Steine im Zuge ständiger Veränderungen der Landschaft durch den Bergbau, z.B. in Findlingsgärten, ist keineswegs sichergestellt. Daher ist die Dokumentation der häufig fast bergfrisch erhaltenen Großgeschiebe eine Möglichkeit einer dauerhaften Anschauung dieses einzigartigen geschiebekundlichen Studienmaterials. Hier geht es hauptsächlich um die Gesteine des kristallinen Grundgebirges. Sedimentgesteine ab Kambrium werden eher grob nach Petrographie, weniger unter dem Aspekt ihres Fossilinhalts behandelt, wenngleich ihre stratigraphische Stellung durch letzteren bestimmt wird. Die Fotodatei besitzt im Moment einen Umfang von ca. 1500 Bilder von ca. 550 Objekten (Stand Mai 2017), ergänzt durch wenige Handstücke und einzelne aufgelesene kleinere Geschiebe. Die Dokumentation wird nach Möglichkeit ergänzt und erweitert.

  1. Diabase, Dolerite, Gabbros.
  2. Porphyre und Vulkanite; quarzporphyrischen Rapakiwis.
  3. Granitoide, Teil 1 (TIB-Granite, südschwedische Granite).
  4. Granitoide, Teil 2 (mittel- und nordschwedische Granite).
  5. Gesteine aus Rapakiwiplutonen, Teil 1: Rapakiwis allgemein, Rapakiwigesteine von Åland; Teil 2: weitere Rapakiwivorkommen, finnisches Festland.
  6. Metamorphite
  7. Brekzien und Konglomerate; Xenolithe. Pegmatite und Aplite.
  8. Sedimentite

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Kristalline Geschiebe aus der KFH bei Potsdam

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Die jahrzehntelange Sammeltätigkeit von Georg Engelhardt aus Potsdam, die den sedimentären und kristallinen Geschieben aus Aufschlüssen des Saarmunder Endmoränenlobus gilt, brachte eine Vielzahl von Funden ans Tageslicht. Wichtigster Aufschluß in diesem Gebiet ist die Kiesgrube Fresdorfer Heide (KFH) mit Geschiebemergeln und Schmelzwassersanden, die als weichselkaltzeitliche Satzendmoräne mit gestauchtem saalekaltzeitlichem Sockel vorliegen (s. Literatur; Schroeder 1997, S. 95f). Dementsprechend tritt in diesem Gebiet auch eine Vielfalt an kristallinen Geschieben aus verschiedenen skandinavischen Herkunftsgebieten zutage, vom Oslograben bis SW-Finnland. Das Bild zeigt einen Blick in den Geschiebegarten auf dem Großen Ravensberg bei Potsdam.   Weiterlesen

Geschiebe vom Südlichen Landrücken („Rote Moränen“)

„Reise von Åland…“- Fotos von Geschieben aus dem Drawehn. Der Drawehn ist Teil des Südlichen Landrückens, einem Altmoränenzug aus der Saale-Kaltzeit (vor 300.000 bis 130.000 Jahren), Warthe-Stadium (vor 186.000-160.000 Jahren). Er besteht aus der „roten“ Warthe-Moräne, die Gesteine aus Finnland, den Aland-Inseln und dem Grund der östlichen Ostsee führt (Ostbaltische Provenienz).

Besucht wurden die Kiesgrube Waddeweitz (+52° 59′ 53.30″, +10° 54′ 54.62″) und die Kiesgrube Thunpadel (+53° 5′ 55.46″, +11° 1′ 51.52″).

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