Schlagwort-Archiv: Granit

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Granitoide Teil 1

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Roter Augengranit (Nr. 264) am Tagebaurand Cottbus-Nord. Dieses Geschiebe wird weiter unten besprochen. – Am Beispiel der Granite einige Anmerkungen zu den Möglichkeiten der geschiebekundlichen Herkunftsbestimmung: nur wenige Granite weisen hinreichende petrographische Eigenheiten und eine begrenzte lokale Verbreitung auf, so dass ihre genaue Herkunft bestimmbar wäre. Angesichts des riesigen Einzugsgebietes der eiszeitlichen Gletscher muß man feststellen, dass diese Leitgeschiebe mengenmäßig einen winzigen Teil ausmachen. Weiterhin ist die Eignung vieler Leitgeschiebe unklar oder umstritten. Dies liegt auch an den in der Geschiebekunde verwendeten, z.T. wohlklingenden Lokalnamen der schwedischen Geologen. Die Namen suggerieren eine spezifische lokale Ausbildung, was für die Arbeit im Gelände sicherlich hilfreich ist. Hier bei uns im Abtragungsschutt eines ganzen Kratons verbleibt aber oft nur die Illusion einer Bestimmbarkeit, und der Wunsch ist vermutlich nicht selten Vater des Gedankens, einen Granit bzw. ein Gestein mit möglichst spezifischem Eigennamen anzusprechen.    Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Granitoide Teil 2

Uppland-Granite und Granite des svekofennischen Bereiches

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Augengranit unbekannter Herkunft auf der Findlingskippe in Steinitz. – Die Uppland-Granite sind die „jüngeren“ Granite des svekofennischen Raumes (nach Törnebohm) und erreichen Alter von 1,95-1,75 Ga. Sie entstanden während der svekofennischen Orogenese durch Aufschmelzung noch älterer Gesteine, vorwiegend wohl Metasedimente und Metavulkanite, jetzt als Gneise und Migmatite vorliegend, und durchschlagen diese, weswegen sie als „jüngere“ Granite bezeichnet werden. Wichtige traditionelle Leitgeschiebe aus diesem Bereich sind Sala-, Uppsala-, Stockholm- und Vänge-Granit, wenngleich diese nur einen kleinen Teil der dort beheimateten Granite ausmachen bzw. der im svekofennischen Raum auftretenden Granitkörper überhaupt, s.a. Übersicht Uppland-Granite.    Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Einleitung

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Gneisgranit, vermutlich svekofennischer Herkunft (kein Revsund-Granit), mit deformierter Aplitader am Nordrand des 2015 stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord, Breite etwa 3 Meter. Fünftgrößter geborgener Findling im Niederlausitzer Braunkohlerevier.

Fährt man durch das Niederlausitzer Bergbaurevier, fallen die zahlreichen großen Steine an den Tagebaurändern auf. Die Bergbautätigkeit auf Braunkohle bringt unzählige Gesteinsblöcke aus glazialen Ablagerungen ans Tageslicht. Während der drei großen Vereisungszyklen vergangener Kaltzeiten, v.a. während der Saale- und Elster-Vereisung, transportierte das Inlandeis Gesteine aus dem Norden in dieses Gebiet, sog. Geschiebe. Die Steine sind ein Abbild längst abgetragener Gebirge des Baltischen Schildes mit hohen Altern, hauptsächlich entstanden in einem Zeitraum vor etwa 1 bis knapp 2 Milliarden Jahren (1-2 Ga). Die Geschiebekunde beschäftigt sich u.a. mit der petrographischen Bestimmung dieser Gesteine aus dem fennoskandischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen und geologischen Herkunft.

In der vorliegenden Artikelserie werden Geschiebe sowohl hinsichtlich der Petrographie als auch der Bestimmung eines mehr oder minder exakt zu benennenden Heimatgebietes besprochen. Dabei geht es vornehmlich um die großen, immobilen Steine ab etwa 30 cm Durchmesser, die in keine Sammlung passen und daher fast ausschließlich fotografisch erfasst wurden. Die Bewahrung aller interessanter Steine im Zuge ständiger Veränderungen der Landschaft durch den Bergbau, z.B. in Findlingsgärten, ist keineswegs sichergestellt. Daher ist die Dokumentation der häufig fast bergfrisch erhaltenen Großgeschiebe eine Möglichkeit einer dauerhaften Anschauung dieses einzigartigen geschiebekundlichen Studienmaterials. Hier geht es hauptsächlich um die Gesteine des kristallinen Grundgebirges. Sedimentgesteine ab Kambrium werden eher grob nach Petrographie, weniger unter dem Aspekt ihres Fossilinhalts behandelt, wenngleich ihre stratigraphische Stellung durch letzteren bestimmt wird. Die Fotodatei besitzt im Moment einen Umfang von ca. 1500 Bilder von ca. 550 Objekten (Stand Mai 2017), ergänzt durch wenige Handstücke und einzelne aufgelesene kleinere Geschiebe. Die Dokumentation wird nach Möglichkeit ergänzt und erweitert.

  1. Diabase, Dolerite, Gabbros.
  2. Porphyre und Vulkanite; quarzporphyrischen Rapakiwis.
  3. Granitoide, Teil 1 (TIB-Granite, südschwedische Granite).
  4. Granitoide, Teil 2 (mittel- und nordschwedische Granite).
  5. Gesteine aus Rapakiwiplutonen, Teil 1: Rapakiwis allgemein, Rapakiwigesteine von Åland; Teil 2: weitere Rapakiwivorkommen, finnisches Festland.
  6. Metamorphite
  7. Brekzien und Konglomerate; Xenolithe. Pegmatite und Aplite.
  8. Sedimentite

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