Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 1

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Großer Block eines porphyraplitischen Rapakiwis, Steinitz (Nr. 070, Breite 70 cm). – Die Vielfalt und Variationsbreite von Rapakiwi-Gesteinen aus den ostbaltischen Herkunftsgebieten auf den Steinhalden der Niederlausitz ist bemerkenswert hoch. Allerdings kann die genaue Herkunft dieser Gesteine oftmals nicht ermittelt werden, da sie entweder minder ausgeprägte charakteristische Eigenschaften besitzen, die auf Gesteine mehrerer Rapakiwiplutone zutreffen (gleichkörnige Rapakiwis, Prick-Granite etc.) oder das Anstehende ein bisher nicht beprobbares Unterwasservorkommen ist. Letzterer Umstand betrifft v.a. folgende Gebiete:  

  • Åland-Archipel: vor allem der nördliche Teil, insgesamt etwa zwei Drittel dieses Plutons liegen unter Wasser.
  • Kökar: Anstehendproben gibt es von einigen Schären im Nordteil des Plutons. Die bis jetzt bekannten Proben ergeben ein punktuelles, kein umfassendes Bild der Gesteine von Kökar.
  • Rapakiwis vom Nordbaltischen Pluton: annähernd so groß wie der Åland-Pluton. Bisher beschrieben und mit einiger Wahrscheinlichkeit von dort stammend: Roter Ostsee-Quarzporphyr und „Ostsee-Rapakiwi„, BRÄUNLICH 2016. Angesichts der petrographischen Bandbreite der Gesteine, die bisher anstehend von Åland bekannt sind, muß mit einer ähnlichen Vielfalt im NB-Pluton gerechnet werden.
  • Teile des Rödö- und des Nordingrå-Plutons. Auch im Ostteil des Bottnischen Rapakiwibatholiths scheint es Vorkommen von Rapakiwigesteinen zu geben, die nicht von sedimentären Deckschichten bedeckt sind. Zu diesem Batholith gehören nicht nur die Rapakiwigesteine von Nordingrå/Ångermanland, sondern vermutlich auch noch ausgedehnte Unterwasservorkommen.
  • Liefert das vermutete Vorkommen des Braunen Ostsee-Quarzporphyrs, welches in der Nähe des Landorttiefs vermutet wird, evtl. auch noch weitere Rapakiwigesteine?
  • etwa die Hälfte des Vehmaa-Plutons vor dem finnischen Festland liegt unter Wasser. Finnische Festlandrapakiwis wurden auf den Halden der Lausitz gesichtet bzw. die Proben sind bei guter petrographischer Übereinstimmung als solche bestimmt worden. Mit Gesteinen vom viel weiter östlich gelegenen Wiborg-Pluton ist hingegen eher nicht zu rechnen, wie POSTELMANN schon 1937 bemerkte. Siehe hierzu ebenfalls BRÄUNLICH 2016.

Diese Kartenskizze (Quelle: rapakivi.dk) verdeutlicht die Vielfalt und Ausdehnung der Rapakiwi-Vorkommen. Grauviolett und violett markiert die Bedeckung der Plutone mit Sedimenten. Zu den eben angeführten grösseren Vorkommen kommen zahlreiche kleinere. Schaut man sich die Vielzahl der Anstehendproben vom Åland-Archipel auf kristallin.de an, dürfte deutlich werden, wieviele Rapakiwi-Varianten sich in diesem einen Pluton noch unter Wasser verbergen könnten. Weiterhin ist unklar, ob es z.B. Rapakiwi-Gesteine, die Gesteinen von Åland ähneln, auch im Nordbaltischen Pluton gibt. Daher erscheint es nicht sinnvoll, die meisten Gesteine ohne eingehende Betrachtung automatisch nach Åland zu verorten. Vielmehr sollte man nur diejenigen Gesteine als Åland-Gesteine bestimmen, die beschriebenen und beprobten Vorkommen entsprechen oder solche, die für Ålandgesteine angenommene hinreichende Charakteristika aufweisen. Dies betrifft v.a. Gesteine mit ausgeprägten Rapakiwi-Eigenschaften, also Wiborgit- und Pyterlitgefüge sowie einige quarzporphyrische Rapakiwis. Alle anderen Rapakiwigesteine (gleichkörnige Rapakiwis, viele porphyrische Rapakiwis, Aplite, Porphyraplite, Granophyre, Prick-Granite) sind eher nicht als Leitgeschiebe zu verwenden.

 

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Die Halde in Steinitz, das „Findlingslabyrinth“, hat viele der folgenden Fotomotive geliefert. Rapakiwigesteine sind hier besonders reichhaltig vorhanden. In den besuchten Tagebaubereichen der Niederlausitz treten neben einer großen Anzahl der Herkunft nach nicht bestimmbaren Rapakiwis vor allem solche von Åland und Kökar auf, untergeordnet und bemerkenswerterweise auch solche vom finnischen Festland (Vehmaa-/ Laitila-Pluton) und evtl. von Nordingrå (Bottnischer Rapakiwibatholith). Der „Ostsee-Rapakiwi“ wurde bisher nicht gefunden, obwohl er in Brandenburg in kleineren Handstücken nicht selten anzutreffen ist. Möglich ist, dass der eine oder andere hier gezeigte Rapakiwi aus dem Nordbaltischen Pluton stammt. Da dieser Pluton komplett unter Wasser liegt, sind in naher und fernerer Zukunft keine Anstehendproben zu erwarten. Das Gleiche gilt für den auf der obigen Kartenskizze mit Landsortdjubet gekennzeichneten Pluton (?) , in dem man das Anstehende des Braunen Ostsee-Quarzporphyrs vermutet (und evtl. des Ostsee-Syenitporphyrs sowie basaltische Mandelsteine, sog. „Ostsee-Melaphyre“, darunter möglicherweise auch die achatführenden Varianten). Als letztes bleibt festzuhalten, dass bisher unter den Rapakiwigeschieben der Lausitz keine eindeutig nach Rödö verortbaren Rapakiwis gefunden wurden.

 

Petrographische Beschreibung der Rapakiwi-Gesteine

Zur Beschreibung und petrographischen Unterscheidung der Rapakiwi-Gesteine bietet sich die Systematik der finn. Geologen an (s. HAAPALA & RÄMÖ 1992). Zu berücksichtigen ist, dass man es im Gelände sehr häufig mit Mischgefügen und Übergängen zwischen mehreren Typen zu tun hat. Hinzu kommen noch einige z.T. antiquierte Bezeichnungen und Lokalnamen aus der Geschiebekunde.

  • Quarzporphyrische Rapakiwi-Gesteine (Quarzporphyre, Granitporphyre), s. Abschnitt „Porphyre“.
  • Gleichkörnige Rapakiwis. Begriffe aus der Geschiebekunde: „Åland-Granit“, Aplitgranite, Granophyre, gleichkörnige Granite vom Typ „Haga“, Prick-Granite etc. Diese Gesteine taugen eher nicht als Leitgeschiebe, da ihnen hinreichende charakteristische Eigenschaften fehlen, die solche Gesteine möglichst unverwechselbar machen.
  • Porphyrische Rapakiwis: bimodales Gefüge von größeren eckigen oder ungleichmäßig geformten Feldspäten in einer granitischen Grundmasse. Manche charakteristische Vertreter von ihnen sind als Leitgeschiebe geeignet, z.B. einige Kökar-Rapakiwis, Ostsee-Rapakiwi.
  • Pyterlite: Feldspat-Ovoide ohne Plagioklasmantel, häufig – nicht immer – mit idiomorphen Quarzen. Die finn. Geologen kartieren Pyterlite, sobald einige wenige Ovoide in z.B. porphyrischen Rapakiwis vorkommen. Diese Gesteine entsprechen vom Aussehen nicht immer der geschiebekundlichen Vorstellung von einem Pyterlit.
  • Wiborgite (mit plagioklasummantelten Feldspat-Ovoiden). Rapakiwis mit Wiborgit- und z.T. auch Pyterlit-Gefüge sind als Leitgeschiebe brauchbar, da sie die differenziertesten und zugleich die „klassischen“ Rapakiwi-Gefüge darstellen.

Die folgende Beschreibung der Rapakiwi-Gesteine zeigt zahlreiche dieser Gefügetypen. Bei einigen lassen sich Aussagen zur Herkunft machen. Im Anschluß werden Geschiebebestimmungen einzelner Herkunftsgebiete vorgestellt und diskutiert.

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Detail eines Rapakiwi-Granits mit Pyterlitgefüge: großes Feldspatovoid mit mehrfacher Zonierung, erkennbar an den Ringen dunkler Minerale. Findling am Ortsausgang Pritzen, ehem. Tgb. Greifenhain.

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Einschluß eines mafischen Xenoliths in einem rotbraunen, relativ kleinkörnigen (Åland-)Rapakiwi-Granit mit Wiborgit-Gefüge (Nr. 314, Aussichtspunkt Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord).

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Großer Xenolith eines Alkalifeldspats mit perthitischer Entmischung in einem Åland-Rapakiwi (Nr. 316, Merzdorf, Tgb. Cottbus-Nord).

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Etwa 3 cm großes, plagioklasumsäumtes bräunlich-rotes Ovoid (Wiborgitgefüge) in einem Rapakiwi-Granit (Nr. 449, Malxetal/ Tgb. Jänschwalde) mit rötlich bis rötlich-braunen Feldspäten und hellgrauen Quarzen, wahrscheinlich ein Åland-Wiborgit.

 

Gleichkörnige Rapakiwis

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Klein- und gleichkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 026, Steinitz). Die blaßgelben Alkalifeldspäte zeigen perthitische Entmischung. Dieser Typ wird oft als „Haga-Granit“ bezeichnet, von dem es rote und gelbe Varianten gibt. Auf Åland gibt es einige kleine Vorkommen von solchen Graniten, allerdings ist die Zuordnung zu diesem Pluton problematisch, da aufgrund der relativen Häufigkeit im Geschiebe weitere und größere Vorkommen existieren müßten, entweder im Unterwasserteil von Åland oder in einem anderen Vorkommen.  V.a. die leicht porphyrischen Varianten könnten z.B. auch vom NB-Pluton stammen (Hinweis M. Bräunlich).

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Orangegelber gleichkörniger bis schwach porphyrischer Rapakiwi (Nr. 073, Steinitz), ähnliches Gefüge wie im vorigen Bild. Diese Variante ist in der Niederlausitz recht häufig zu finden, gleich in mehreren Exemplaren auf der Halde in Steinitz.

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Schwach porphyrischer, klein- bis mittelkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 021, Steinitz), ebenfalls Typ „Haga-Granit“, etwas mafitreicher als die vorhergehenden Varianten. Herkunft von Åland (Referenz Nr.4 und 5) oder aus einem anderen Pluton.

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Heller, klein- bis mittelkörniger, schwach porphyrischer Rapakiwi (Nr. 022, Steinitz) mit hellbraun-gelblichen Alkalifeldspäten und viel hellgrünem Plagioklas.

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Man kann gut die perthitische Entmischung der Alkalifeldspäte erkennen. Herkunft ungewiß. Das Gefüge passt nicht zu den bisher bekannten Åland-Gesteinen. Vom Farbspiel der Feldspäte und aufgrund der graubraunen Quarze könnte man eine Herkunft von Kökar vermuten, denn es gibt ähnliche Rapakiwi-Typen, z.B. grobkörnige Pyterlite, auf die mehrere Merkmale von Kökar-Rapakiwis zutreffen. Allerdings ist die Korrelation von Herkunft und Farbe der Feldspäte und Quarze bei Rapakiwigesteinen eher unspezifisch.

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Mittelkörniger porphyrischer Rapakiwi (Nr. 024, Steinitz) mit dunklen idiomorphen Quarzen, rosa-braunen Alkalifeldspäten (z.T. Karlsbader Zwillinge) und wenig gelbgrünem Plagioklas. Diese Variante könnte gut von Åland stammen, zeigt bis auf die Farbe der Alkalifeldspäte und der dunklen Quarze aber kaum charakterisierende Merkmale. Vermieden werden sollte in diesem Zusammenhang der Begriff „pyterlitisches Gefüge“ aufgrund der idiomorphen Quarze. Pyterlite sind definiert durch runde Alkalifeldspäte, die häufig, aber nicht immer von idiomorphen Quarzen umgeben sind.

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Himbeerroter Aplitgranit (Nr. 072, Steinitz, BB 45 cm). Das Gestein besteht zu einem großen Teil aus einem kleinkörnigem Gefüge von Alkalifeldspat mit Quarz ohne graphische Verwachsungen, darin einige größere korrodierte Quarze. Plagioklas und dunkle Minerale kommen nur sehr untergeordnet vor. Charakteristisch sind die Löcher, die teilweise idiomorphe Kristalle enthalten, sog. Miarolen. Sie entstehen in magmatischen Phasen, die viel Wasser angereichert haben und dieses bei relativ rascher Kristallisation der Schmelze abgeben. Solche Aplitgranite sind keine Leitgeschiebe. Der sog., meist ziegelrote „Åland-Aplitgranit“ tritt in ähnlichen Varianten auch in Nordingrå auf, Vorkommen in anderen Unterwasservorkommen sind ebenfalls wahrscheinlich.

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Ausschnitt eines Aplit-Granits mit porphyrischem Gefüge, ein Porphyraplit (Nr. 031, Steinitz) mit einigen wenigen, kräftig rot umrandeten Ovoiden und eckigen Feldspateinsprenglingen. Keine graphischen Verwachsungen in der Matrix, Herkunft ungewiß.

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Hell beigefarbener Granophyr, ein überwiegend aus graphischen Verwachsungen bestehender Rapakiwi-Granit (Nr. 317, Cottbus-Nord). Eine Herkunft von Åland ist nicht unwahrscheinlich. Gleichwohl enthalten einige der von Åland bekannten Granophyre („Mariehamn-Granit“, Referenz) fast ausschließlich graphische Verwachsungen, sind also eine Sonderform der aplitischen Rapakiwis, während dieses Stück einige größere Quarz- und Feldspateinsprenglinge aufweist und damit eine Übergangsform zwischen Granophyr und gleichkörnigem Rapakiwi-Granit bildet. Zudem ist der Farbeindruck des Mariehamn-Granits eher rötlich fleischfaben bis grau-rötlich. Allerdings ist auch bei den Granophyren aufgrund ihrer Ubiquität in Rapakiwi-Plutonen eine eindeutige Zuordnung zu einem Vorkommen kaum möglich.

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Detail des vorigen Stückes. Die graphischen Verwachsungen sind schön anzusehen. Überdies sind Granophyre nicht die häufigsten Vertreter der Rapakiwi-Gesteinsfamilie.

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Ein anderer Granophyr (Nr. 044, Steinitz) mit mehr mafischen Mineralen als das vorige Exemplar. Detail eines von graphischen Verwachsungen radial umsäumten Quarzes der 1. Generation.

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Auch dieser Granit (Nr. 043, Steinitz) besteht zu einem großen Teil aus graphischen Verwachsungen (Granophyr), zusätzlich sind kleine blaugraue, von einem grünem Rand ummantelte Ovoide zu erkennen (Wiborgitgefüge). Neben Quarz in graphischen Verwachsungen sieht man größere dunkle Quarze. Dieses Gefüge ist typisch für Åland, ein granophyrischer Åland-Rapakiwi-Granit mit Wiborgitgefüge (Referenz: Bomarsund).

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Grau-weißer, vermutlich durch Hämatitausscheidungen rot akzentuierter, mittelkörniger Rapakiwi-Granit (Nr. 007, Steinitz).

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Ein Teil des Gesteins besteht aus graphischen Verwachsungen von weißem Feldspat mit Quarz. Die grauen Feldspäte hingegen bilden runde Formen mit undeutlichen Korngrenzen. Die „typische“ Åland-Farbe fehlt, Herkunft ungewiß.

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Sog. „Åland-Granit“. Gleichkörniger bis schwach porphyrischer Rapakiwi-Granit, aufgrund fehlender Wiborgit- oder Pyterlit-Merkmale zur petrographischen Abgrenzung und Geländeansprache früher als „Åland-Granit“ bezeichnet. Da alle hier behandelten Rapakiwi-Gesteine Granite sind, wäre es folgerichtig, auf den Begriff Åland-Granit zu verzichten, siehe auch die Ausführungen von M. Bräunlich auf kristallin.de. Das Gestein zeigt zwar die für Åland typischen Farbtöne und stammt mit einiger Wahrscheinlichkeit von dort. Es ist aber nicht ausgeschlossen, sondern sogar eher wahrscheinlich, dass z.B. auch der NB-Pluton ganz ähnliche Gesteine geliefert hat.

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Orangebrauner Prick-Granit (Nr. 444, Jänschwalde, Malxetal, B 45 cm), eine Varietät eines aplitischen Rapakiwi-Granits. Namensgebend sind die regelmäßig verteilten Biotit-„Pricken“ in einer ansonsten kleinkörnig-aplitischen Gesteinsmasse ohne graphische Verwachsungen. Herkunft ungewiß, Prick-Granite sind keine Leitgeschiebe.

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Detail der Nr. 444: aplitische Gesteinsmasse in grünlichen und orangen Farbtönen. Einige größere helle und korrodierte Quarze (1. Generation) sind zu erkennen. Ein undeutlicher oranger Feldspat ist konzentrisch von einem hellgrünen Hof umgeben.

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Aplitischer Rapakiwi, leicht porphyrisches Gefüge (Nr. 056, Steinitz) . Auffallend ist die hellrote Farbe. Quarze der ersten Generation sind unregelmaßig begrenzt und transparent hellgrau. Feldspäte sind rot und weiß und weisen unregelmäßige Korngrenzen auf. Weißer bis hellgrüner Feldspat müßte Plagioklas sein. In der Matrix liegen Quarze einer 2. (kleiner als die großen Quarze, dunkler und eckig) und möglicherweise 3. Generation (graphische Verwachsungen, sehr spärlich). Herkunft ungewiß.

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Rosagrauer Porphyraplit (Nr. 067, Steinitz) mit weißen Feldspatovoiden, Herkunft ungewiß.

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Übergangsform mit Wiborgitgefüge (Nr. 068, BB 25 cm, Steinitz) Eine teils aus graphischen Verwachsungen bestehende, teils auch körnig-aplitische Grundmasse enthält viele abgerundete bis runde, teilweise von einem gelblich-weißen Plagioklassaum umgebene Alkalifeldspateinsprenglinge (Wiborgitgefüge). Größere helle Quarze haben eine leicht bläuliche Farbe. Herkunft ungewiß.

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Hellbrauner Porphyraplit? (Nr. 519, Steinitz) mit einer interessanten Zwillingsbildung der weißen Alkalifeldspäte. Unklar ist, ob es sich überhaupt um ein Gestein der Rapakiwi-Familie handelt. Die Grundmasse ist körnig, und es sind jeweils 2 Generationen von Quarz und Alkalifeldspat enthalten. Die größeren xenomorphen und teils trüben Quarze sehen allerdings eigenartig aus und bilden auch größere Ansammlungen (a.d. Bild nicht zu sehen).

 

Porphyrische Rapakiwis

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 045, Steinitz) mit bläulichen Quarzen und rosa- bis hell fleischfarbenen, meist eckigen Feldspäten in einer Matrix ohne graphische Verwachsungen. Die trüben, leicht zonierten Blauquarze sind ein auffallendes Merkmal, lassen sich aber wohl keinem besonderem Vorkommen zuordnen. Sie können in porphyrischen Rapakiwis von Åland, Kökar oder dem finnischen Festland vorkommen.

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Porphyrischer Åland-Rapakiwi, Übergang zum Pyterlit (Nr. 049, Steinitz, BB 30 cm). Teils eckige, teils abgerundete, perthitisch entmischte Alkalifeldspäte sind umgeben von minder vollständigen Kränzen von dunkelgrauem, idiomorphen Quarz. Es überwiegt das porphyrische bzw. das Pyterlit-Gefüge, aber auch einige plagioklasumsäumte Ovoide sind zu finden, die möglicherweise ins Pyterlit-Magma eingeschleppt wurden. Referenz: Langnäs, Lumparland/Åland.

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Detail aus vorigem Stück: grün umsäumter, hellbrauner Alkalifeldspat im Pyterlit. Einige abgerundete und eigenständige Plagioklase sind ebenfalls erkennbar. Pyterlite von Åland entwickeln kein so klares und eindeutiges Gefüge wie die Pyterlite der Typlokalität Pyterlahti, s. kristallin.de.

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Porphyrischer Rapakiwi (Nr. 020, Steinitz) mit reichlich grünem Plagioklas, hell gelb- bis orangebraunen Alkalifeldspäten mit deutlicher perthitischer Entmischung und relativ viel dunklen Mineralen. Quarz ist dunkelgrau und idiomorph ausgebildet. Herkunft ungewiß.

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Rosafarbener porphyrischer Rapakiwi (Nr. 056, Steinitz), Mischgefüge mit zumindest oberflächlich hellgrau erscheinenden Quarzen und rotbraunem, z.T. auch grünem Plagioklas. In der Bildmitte ist ein von rotbraunem Plagioklas umrandetes Ovoid zu erkennen. Stellenweise ist Pyterlitgefüge erkennbar. Herkunft ungewiß, Kökar oder NB-Pluton?

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Blaß orangefarbener porphyrischer Rapakiwi (Nr. 477, Cottbus-Nord). Ein einzelnes Ovoid eines mafitdurchsetzen Feldspats trägt einen Saum aus ebenfalls mafischen Mineralen in einem ansonsten durchgehend porphyrischen Gefüge.

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Mittelkörniger porphyrischer Rapakiwi (Nr. 062, Steinitz), möglicherweise von Åland („Åland-Granit“). Es konnte aber keine Anstehendprobe in den zahlreichen Referenzen (skan-kristallin.de, kristallin.de) gefunden werden, die sich mit diesem Typ deckt.

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Großer Block eines mittelkörnigen vollroten Rapakiwi-Granits (Nr. 057, BB 50 cm, Steinitz) mit vereinzelten, umsäumten runden Feldspäten (Wiborgitgefüge) in trockenem Zustand.

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Detail der Oberfläche, angefeuchtet. Auf den ersten Blick könnte man angesichts der leuchtend roten Farbe und der hellen und transparenten Quarze eine Herkunft von Rödö assoziieren. Die Quarze müssten aber heller sein und weitgehend ohne würmchenartige magmatische Korrosion in Inneren der abgerundeten Körner. Die Ovoide müßten in der Regel größer (1,5-2 cm Minimum) sowie heller als die Grundmasse ausgebildet sein, um ein sicheres Leitgeschiebe zu erhalten (s.a. Rödö-Rapakiwis auf kristallin.de). Graphische Verwachsungen sind in diesem Ausschnitt nicht besonders deutlich zu erkennen, sie scheinen bei Rödö-Rapakiwis eher eckige als gewundene Formen anzunehmen. Auch auf Åland gibt es lebhaft rote Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge (Referenz). Es bleibt festzuhalten, dass auf der Halde in Steinitz trotz der Vielzahl an Rapakiwi-Geschieben kein einziges Gestein dem Rödö-Gebiet sicher zugeordnet werden konnte.

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Bei diesem Granit (Nr. 063, BB 25 cm, Steinitz) bleibt offen, ob es sich überhaupt um einen Rapakiwi handelt. Das Gefüge ist deutlich porphyrisch, die grösseren Quarze besitzen alle ähnliche Größen. Plagioklas besitzt hellgrüne und gelbliche Töne, zudem sind zahlreiche epidotähnliche Ausscheidungen zu beobachten.

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Angefeuchtetes Detail der Nr. 063. Es gibt graphische Verwachsungen in der Grundmasse, wenn auch wenige. Quarz und Feldspat liegen somit jedenfalls in 2 Generationen vor. Magmatische Korrosion ist an den größeren blaugrauen Quarzen kaum zu erkennen. Gelblich-weißer Feldspät in geringer Menge könnte Plagioklas sein. Dunkle Minerale sind nur untergeordnet vorhanden und erscheinen zudem teilweise chloritisiert. Die roten Feldspäte weisen undeutliche Formen auf. Herkunft unklar, aufgrund zu weniger spezifischer Merkmale vermutlich auch nicht zu ermitteln.

 

Åland-Wiborgite

Als typische Vertreter von Åland-Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge gelten hämatitimprägnierte rotbraune, ziegelrote, auch hell fleischrote und graurote Granite mit meist kleinen, charakteristisch ausgebildeten 1-2 cm großen plagioklasumsäumten Ovoiden. Im Osten Ålands können die Ovoide auch wesentlich größer werden. Dazu kommen graphische Verwachsungen in der Grundmasse mit körnigen oder länglich gebogenen (kommaartigen) kleinen Quarzen.

Ålandrapakiwis besitzen einen großen Formen- und Gefügereichtum, rotbraune Farben treten sehr häufig auf. Aber lediglich die Färbungen von Rapakiwigesteinen reichen nicht für eine Herkunftsbestimmung aus, da die Farben in Rapakiwiplutonen variabel sind und auf kleinstem Raum starke Gefüge- und Farbwechsel auftreten können. M. Bräunlich weist auf Ähnlichkeiten zwischen Åland- und Nordingrå-Rapakiwis hin. Diese Rapakiwis sind manchmal nicht unterscheidbar. Åland-Gesteine dominieren natürlich aufgrund ihrer exponierten Lage in der Stromrichtung des Eises mitten in der Ostsee und des im Vergleich zu anderen Rapakiwivorkommen kürzeren Transportweges. Eine Vielzahl von Anstehendproben der Åland-Rapakiwis mit Wiborgit-Gefüge ist auf skan-kristallin dokumentiert und wird dort eingeteilt nach diversen Gefügevarianten. Kristallin.de zeigt eine Auswahl von sehr unterschiedlichen Anstehendproben von Åland, auch Varianten, die man nicht unbedingt sofort dorthin verorten würde. Trotz der guten Kenntnis des Anstehenden auf Åland sei hier auch noch einmal auf den Umstand verwiesen, dass nur etwa ein Drittel des Plutons über Wasser liegt. Die ausgedehnten v.a. im Norden der Inseln gelegenen Unterwasservorkommen sind weitgehend unerforscht. Eine systematische Erfassung von Nahgeschieben auf Åland könnte die petrographische Kenntnis dieser Bereiche deutlich erweitern.

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Åland-Rapakiwigranit (Nr. 326, Tgb. Cottbus-Nord) mit Wiborgitgefüge (bräunlich-grüne Plagioklasringe um helle, max. 2 cm große Feldspatovoide) und roter Hämatit-Pigmentierung.

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Rotfleckiger Åland-Wiborgit (Nr. 329, Finglingslager Cottbus-Nord); Ovoide bis 3 cm.

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Roter Åland-Wiborgit (Nr. 313, Findlingslager Cottbus-Nord). Leuchtend rote Feldspatovoide mit weißem Plagioklasrand, Größe der Ovoide bis 1,5 cm. Das Wiborgitgefüge tritt mit der Verwitterung  noch deutlicher hervor, weil die Plagioklasringe durch Kaolinisierung heller werden.

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Rotfleckiger Åland-Wiborgit (Nr. 003, Steinitz) mit zahlreichen grauen Ovoiden, die weniger deutlich von einem dünnen grünen Plagioklasrand gesäumt sind. BB 25 cm.

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Bunter Åland-Wiborgit (Nr. 311, Cottbus-Nord) mit hell fleischfarbener Grundmasse und reichlich graphischen Verwachsungen, auch ringförmig um einzelne Ovoide. Viel grüner Plagioklas.

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Mittelkörniger roter Åland-Rapakiwi, Referenz: Färjesund. Feldspatovoide mit weißem Plagioklasrand. Die Größe der Ovoide übersteigt kaum 1 cm.

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Gleicher Block, angefeuchtetes Gefüge: Quarze sind hell- bis dunkelgrau gefärbt, einige etwas tiefer sitzende Quarze sind transparent dunkelgrau. Weißer Feldspat ist vermutlich Plagioklas, der auch eigenständig vorkommt. Graphische Verwachsungen sind vorhanden, auf dem Foto aber schwer zu erkennen.

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Ähnlicher roter Åland-Rapakiwi (Nr. 016, Steinitz) mit Wiborgitgefüge, Ovoide bis 3 cm. In der Mehrzahl runde, zum Teil auch eckige Feldspäte mit Plagioklasrändern.

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Dieser vermutlich von Åland stammende Rapakiwi (Nr. 012, Steinitz) mit etwas undeutlichen Korngrenzen ist durch relativ hohen Plagioklasgehalt (grüne Feldspäte) gekennzeichnet. Es gibt weiterhin wenige, dünn umrandete Alkalifeldspat-Ovoide. Quarz ist in 3 Generationen zu beobachten: 1. einzelne größere und hellgraue Quarze, magmatisch korrodiert, 2. viele mittelgroße, eckige Quarze und 3. kleinere Partien mit graphischer Verwachsung.

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Detail der Nr. 012 mit dünn umsäumtem Ovoid, das zahlreiche Körner dunkler Minerale führt.

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Rosafarbener (Åland-)Wiborgit mit teilweise weißen Ummantelungen der runden Alkalifeldspäte. Z.T. idiomorph ausgebildeter Plagioklas ist hellgrün gefärbt, Quarze hellgrau. Vermutlich aus dem Nordosten des Åland-Archipels (Sandö/Vardö).

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Ähnlicher Block mit Wiborgit/Pyterlit-Mischgefüge (Nr. 055, Steinitz) und einigen auffallend eckigen Alkalifeldspäten. Auch dieses Exemplar könnte aus dem NE Ålands stammen (Referenz), wenn auch die grobkörnigen Rapakiwis mit den auffallend großen Ovoiden eher rötlich-braune bis orangebraune Färbungen zeigen. Plagioklas ist hier hell graugrün, meist eher apfelgrün gefärbt. Nach ZANDSTRA 1999 (Platenatlas Nr.30) kommen im NE Ålands Ovoide bis 4 cm ø mit intensiver rot getönter Randzone vor. Auch grüngelbe Mäntel um die Ovoide und insgesamt wenig graphische Verwachsungen treten auf. „Herkunft: unsicher; möglicherweise das Seegebiet zwischen Enklinge-Kumlinge und Vårdö, westlicher Åland-Archipel“.

 

Pyterlite und Åland-Pyterlite

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Pyterlite können nicht nur idiomorphe, sondern auch xenomorphe, korrodierte Quarzkörner ausbilden. Entscheidend für die Einstufung als Pyterlit sind gerundete Alkalifeldspäte ohne Plagioklassaum. Im Bild ein Åland-Pyterlit (Nr. 357, polierte Fläche, Findlingspark Nochten) mit hellen, etwa 3 cm großen Ovoiden, Referenz: Sandö.

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Ein Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 019, Steinitz) eines hellen Rapakiwis mit etwa 4 cm großem Ovoid und kleineren, von oliv- bis braungrünem Plagioklas umsäumten Ovoiden. Es überwiegen solche ohne Plagioklasmantel, idiomorphe Quarze sind dunkelgrau. Herkunft ungewiß, Åland oder Kökar?

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Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 059, Steinitz) in einem orangebraunem Rapakiwi, Ovoide bis 4 cm. Herkunft NE-Åland?

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Möglicherweise ebenfalls ein Åland-Pyterlit (Nr. 521, Steinitz, BB 60cm) mit großem basischem Fremdgesteinseinschluß.

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Grünlich-beigefarbener Pyterlit (Nr. 451, Cottbus-Nord) mit grünlichem und rotem Plagioklas und mittelgrauen, teilweise idiomorphen Quarzen. Eine Vergleichsprobe, die diesem Gefüge nahekommt, wurde bisher nicht gefunden.

 

Rapakiwi-Mischgefüge

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Mischgefüge porphyrischer Rapakiwi/Pyterlit (Nr. 505, Tgb. Cottbus-Nord), angewittert von blaß rötlicher Farbe, im frischen Bruch hell rötlich-orange. Dieser Block konnte beprobt werden. Die äußerliche Farbe weicht doch deutlich von der einer frischen Bruchfläche ab.

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Unterwasseraufnahme eines großen Handstückes aus dem vorigen Block. Neben eckigen und abgerundeten Alkalifeldspäten (Ovoide bis 4 cm) enthält das Stück auch einige von grünem Plagioklas umrandete Ovoide. Auffallend ist das kontrastreiche Nebeneinander von hellem Feldspat und ziemlich dunklen Quarzen. Die kleineren von ihnen sind idiomorph ausgebildet und von mittelgrauer bis braungrauer Färbung.

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Weiteres Detail der Nr. 505: perthitische Entmischung und Verzwilligung (Karlsbader Zwillinge) der Alkalifeldspäte. Plagioklas kommt untergeordnet vor und besitzt sowohl hellgrüne als auch rötlich braune Färbungen. Der Anteil an Mafiten (Biotit und Hornblende) ist ebenfalls gering. Herkunft: möglicherweise Kökar aufgrund der braunen Quarze und zweifarbigen Plagioklase.

001_img_9872_bb70cm

Bunter, teilweise schon etwas durchgewitterter und in zahlreiche Bruchstücke zerlegter Rapakiwi mit Wiborgit-Pyterlit-Mischgefüge (Nr. 001, BB 70 cm) auf der Halde in Steinitz.

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Detail des Gefüges mit orangebraunem Alkalifeldspat und olivgrünem Plagioklas. Hellgraue Quarze sind weitgehend idiomorph ausgebildet.

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Abschlag vom Block Nr. 001: die Spaltfläche schneidet günstig ein etwa 4 cm großes Feldspatovoid ohne Plagioklassaum und mehrere kleinere mit Saum. Plagioklas besitzt eine hellere Farbe als auf der Verwitterungsseite. Das Gestein zeigt Ähnlichkeiten mit Åland-Rapakiwis vom NE des Archipels (Sandö, Referenz).

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Hell orangeroter Rapakiwi, Mischgefüge Pyterlit/Wiborgit (Nr. 033, Steinitz), z.T. auch porphyrisches Gefüge mit eckigen Alkalifeldspäten. Die größten Ovoide erreichen etwa 3 cm.

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Die idiomorphen Quarze wirken auf der Außenfläche hellgrau, Plagioklas hellgrün bis olivgrün.

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Ein Abschlag zeigt, dass der Gesteinsblock schon ein wenig angewittert war. Der Verlauf der Bruchkante ist irregulär. Auf der Bruchfläche ist der Alkalifeldspat eher orange gefärbt und die Quarze sind ziemlich dunkel. Einige größere Quarze besitzen eine leichte Zonierung, die kleineren Quarze sind wieder durchweg idiomorph ausgebildet. Die Farbe des Plagioklas ist im Bruch ein wenig lebhafter. Die Herkunft dieses Rapakiwis ist unklar, möglicherweise Åland oder Kökar.

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Zum Abschluß ein „echter“ Wiborgit mit einem Gefüge aus großen und vor allem reichlich Ovoiden bis 4 cm Durchmesser (Nr. 018, Steinitz, BB 60 cm). Das Stück erinnert ein wenig an die „Balitc Brown“-Varianten vom Wiborg-Pluton. Von dort stammt es aber mit einiger Sicherheit nicht, da seit jeher der Transport von Gesteinen aus dem Gebiet des Wiborg-Pluton nach Norddeutschland bezweifelt wird, siehe hierzu noch einmal POSTELMANN 1937, BRÄUNLICH 2015.

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Detail vom obigen Block. Hell fleischfarbener Alkalifeldspat in der Grundmasse, teils in graphischen Verwachsungen mit Quarz vorliegend. Große, hell gelbbraune Ovoide mit dünnem Saum aus Plagioklas, der bräunlich-grüne Färbungen besitzt. Xenomorphe bis idiomorphe Quarzkörner unterschiedlicher Größe und dunkle Minerale in kleinen Anhäufungen runden das Erscheinungsbild ab und lassen an eine Herkunft von Åland denken. Eine Referenzprobe gibt es bisher nicht, aber das Erscheinungsbild ist bis auf das grobe Wiborgitgefüge typisch für Åland. Zu erwähnen sind weiterhin die in BRÄUNLICH 2015 erwähnten und abgebildeten Funde von solchen und ähnlichen Wiborgiten in Estland, die denen vom Wiborg-Pluton ähneln, vermutlich aber eher vom NB-Pluton in der nördlichen Ostsee stammen.

 

Literatur

Bräunlich M 2016 Kristallingesteine der nördlichen Ostsee (Teil 1: Rapakiwis) – Geschiebekunde aktuell 32 (2): 37– 53, 15 Abb., 3 Karten. Hamburg/Greifswald Mai 2016.

Haapala I, Rämö OT 1992 Tectonic setting and origin of the Proterozoic rapakivi granites of southeastern Fennoscandia – Trans. R. Soc. Edinburgh: Earth Science 83, 165–171.

Postelmann A 1937 Besprechungen J. Hesemann, Zur Petrographie einiger nordischer kristalliner Leitgeschiebe – Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie, Band 13, S.222-225.

Zandstra J G 1999 Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten – Backhuys Leiden.

 

Ein Gedanke zu „Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 1

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