Geschiebe von Møn – Teil 4

Weitere Fotos von skandinavischen Geschieben von Mön (ohne Kreide), diesmal in besserer Qualität, mit Stativ. Die Geschiebe auf Mön stammen aus dem „Weichsel-Altbalt“ (Gesteine aus Aland, Ostsee-Kalksteine) vor ca. 70.000 Jahren und dem Spätweichsel-Glazial vor ca. 28.000 Jahren. Hauptsächlich finden sich Gesteine aus Schweden, hin und wieder scheinen auch norwegische Geschiebe aufzutreten.

Quarzporphyr evtl Rödö oder Idre

Quarzporphyr, braune Grundmasse, im trockenen Zustand erscheint dieses Gestein hell, vermutlich durch den hohen Quarzgehalt in der Grundmasse. Teils eckige, teils gerundete Kalifeldspäte und durchscheinender, weißer Quarz. Möglicherweise ein Quarz-Porphyr aus Smaland. BB 12 cm.

Felsitporphyr 2

Rotbrauner Porphyr mit leuchtend roten Feldspäten und weißem Quarz (Felsitporphyr) in brauner, zäher Grundmasse, möglicherweise ein Bottenmeer-Porphyr.

Konglomerat

Monomikte vulkanische Brekzie mit Mandelsteineinsprenglingen, teilweise auch gerundet.

Ringquarzporphyr

Ringquarz-Porphyr von den Aland-Inseln mit Spuren von magmatischer Erosion in den Quarzen und den charakteristischen schwarzen Ringen von Hornblende, die aus mafischem Magma stammt. BB 5 cm.

Paskalavik o Sjögelö

Paskallavik-Porphyr mit wenig eher grauem als blauen Quarz und abgerundeten Kristallen von Kalifeldspat, der eine schöne Zonierung zeigt.

Ostsee-Melaphyr2  Ostsee-Melaphyr

Ostsee-Melaphyr. In der violetten Grundmasse gibt es viele ausgefüllte, ehemalige Blasenhohlräume (Quarz, Feldspäte), die Salzsäureprobe verlief negativ.

Helleflint

Helleflint (Hälleflinta), Metarhyolith mit ausgelängten, verschwommenen Feldspäten. BB 7 cm.

evtl Grorudit 2

Grüner Porphyr (Breite: 4 cm), grüne, nahezu dichte Grundmasse, rote Kalifeldspäte, weiße Plagioklas(?)leisten, vereinzelte Quarzkörnchen. Leider kein Grorudit, Nadeln von Ägirin sind nicht zu beobachten. In der Grundmasse sind aber dunkle Flecken eines weiteren, bisher nicht identifizierten Minerals vorhanden. Eine Herkunft Richtung Bottenmeer oder Brauner Ostsee-Quarzporphyr wäre denkbar.

Porphyr

Porphyr mit vielen undeutlichen, teils rötlichen Kalifeldspatkristallen (bis 1cm), weniger weißem Plagioklas und wenig Quarz. Die dunkelgraue Grundmasse ist dicht und zäh. Vermutlich ein Smaland-Porphyr.

Stockholm Fleckenquarzit

Stockholm-Fleckenquarzit (Breite: 6cm): runde, hervorstehende Quarzflecken mit schwarzen Biotit-Rändern, 1,8-2,0 Ga. In einigen der weißen Flecken ist ein Kern mit einem schwarzen Mineral zu sehen.

Epidot 2  Epidot 1

Epidotisierte Magmatite. In der fluiden Phase (Freisetzung von überkritischem Wasser) einer granitischen Gesteinsschmelze werden die dunklen Minerale zu grünem Chlorit und Plagioklas zu grünem Epidot umgesetzt (Metasomatose, Propylitisierung). Das Gestein wurde sozusagen im eigenen Saft „gekocht“.

Granit unbekannt

Tonalit? Weißer bis gelblicher Feldspat und schlieriger, undeutlich begrenzter xenomorpher Quarz mit viel dunklen Mineralien, gut erkennbar ist der hohe Anteil an Hornblende. Das Gestein wirkt recht schwer, ein Handmagnet wird deutlich angezogen.

Augengneis

Mylonitischer Schwarzer Augengneis mit weißen bis rötlichen Kalifeldspäten.

Pegmatit

Deformierter Pegmatit mit ausgewalztem grauem Quarz und zinnoberrotem Kalifeldspat, möglicherweise ein Flammenpegmatit aus der Provinz Halland/ SW-Schweden. Plagioklas ist allerdings nicht besonders gelb leuchtend ausgeprägt. Weiße Schlieren durchziehen das Gestein.

Scolithus weiss 2

Weißer Skolithensandstein mit dicht aneinanderliegenden Wurmröhren von Monocraterion. Weit verbreitet, kein Leitgeschiebe.

2 Gedanken zu „Geschiebe von Møn – Teil 4

  1. Ralf Lach

    Hallo

    In der Tat gibt es im Geschiebe noch andere grüne quarzhaltige Porphyre mit Feldspateinsprenglingen außer Grorudit. Ich denke da zum Beispiel an einen Eigenfund, der in einer grünen Grundmasse mit nadeligen Quarzmikrolithen magmatisch korrodierte Quarzeinsprenglinge und rötliche Feldspateinsprenglinge zeigt und in die Nähe des Braunen Ostseequarzporohyrs mit Übergang zum Ostsee-Syenitporphyr zu stellen ist. Allerdings ist die Entscheidung bei kleinen günen Porphyr-Geschieben mit Feldspateinsprenglingen, jedoch ohne Quarzeinsprenglinge, ob es sich um Grorudit handelt oder nicht,
    mit den Methoden der makroskopischen Gesteinsanalyse oft nicht eindeutig.

    Viele Grüße
    Ralf

    1. admin Artikelautor

      Hallo Ralf,

      wäre in diesem Falle auch gar nicht sinnvoll, den schönen kleinen grünen Porphyr einer mikroskopischen Untersuchung zuzuführen, da bliebe nicht viel von übrig.
      Auf welchen Mineralbestand ist die Grünfärbung eigentlich zurückzuführen? Vergrünter Plagioklas? Oder kommen noch andere Minerale in Betracht?

Kommentare sind geschlossen.