KFH 3: Ignimbrite und Porphyre aus Dalarna

Ignimbrite und Porphyre aus Dalarna

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Polierte Schnittfläche eines Älvdalen-Ignimbrits mit feiner heller Fiamme und dickeren roten Schlieren. Vom Erscheinungsbild könnte man diesen Älvdalen-Porphyr zum Typ „Rännås“ rechnen (nach Zandstra 1988). Die Zuordnung zu einzelnen Typen, wie sie bei Zandstra vorgenommen wird, ist insofern problematisch, als daß gleiche Typen an unterschiedlichen Lokalitäten vorkommen können, nach einem Bericht von M. Bräunlich sogar im gleichen Steinbruch. Die Bezeichnungen sind z.T. alte Handelsmarken, die weniger nach petrographischen Gesichtspunkten gesetzt wurden. Smed (2002) weist darauf hin, daß Dala-Ignimbrite mitunter unmöglich von Ignimbriten aus dem Oslograben zu unterscheiden sind. Er differenziert 5 Typen von Dala-Ignimbriten (Blyberg, Orrlok, Klittberg, Rännås, Såvald-Dysberg).  

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Detailaufnahme: ein größerer Feldspatkristall links ist zerbrochen, die kleineren Einsprenglinge sind weitgehend intakt. Ein großer Fremdgesteinseinschluß ist von einem grüngelbem Reaktionsrand umgeben. Einige Fiamme umfließen die kleinen Feldspäte, charakteristische Ausbildung eines eutaxitischen Gefüges.

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Ein weiterer Älvdalen-Ignimbrit: in der Mehrzahl weiße, untergeordnet rötliche Feldspateinsprenglinge in einer braunen, dichten Grundmasse mit rotbraunen Flammen. Eutaxitisches Gefüge ist deutlich zu erkennen.

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Vermutlich ebenfalls ein Ignimbrit aus Dalarna mit brauner Grundmasse und roten Schlieren. Schnittfläche folgt.

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Dala-(Älvdalen)-Ignimbrit, vermutlich Typ Roter Rännås (Hinweis von H. Arildskov) oder schlieriger/ignimbritischer Dala-Porphyr. Die dickere rotbraune Schliere im unteren Bereich wird von einer hellgrünen Epidotader durchzogen.

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Porphyr/Ignimbrit vom Typ Blyberg mit violettschwarzer Grundmasse, zahlreichen intakten und zerbrochenen Feldspatkristallen und einzelnen, kurzen braunen Flammen.

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BB 6 cm. Violett- bis braunschwarze, dichte, teilweise schlierige Grundmasse mit hellgrünem Plagioklas und gelblichen bis roten Kalifeldspäten, vermutlich ein Älvdalen-Porphyr. Für einen Ignimbrit vom Typ Blyberg sind zu wenig Einsprenglinge vorhanden, außerdem ist recht viel grün gefärbter Plagioklas zugegen, keine Fiamme erkennbar.

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Der Grönklitt-Porphyrit ist ein häufig auftretendes Leitgeschiebe aus Dalarna, hier mit einer rotvioletten Grundmasse. Porphyrite sind Porphyre mit Plagioklaseinsprenglingen, die Bezeichnung ist petrographisch veraltet, in der Geschiebekunde aber noch gebräuchlich. Nach aktueller Nomenklatur (Le Maitre et al. 2004) zählen diese Gesteine zur Andesitgruppe.

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In der feinkörnigen bis dichten Grundmasse liegen weiße, gelbliche und grüne Plagioklasleisten. Schwarze Einsprenglinge von Mafiten (Hornblende und grüne Alterations-/Verwitterungsprodukte) bilden undeutliche, z.T. auch größere Aggregate, die auf der Oberfläche bevorzugt auswittern und Vertiefungen zurücklassen.

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Ein weiterer Grönklitt-Porphyrit mit polierter Schnittfläche. Das Gestein wird von einer Ader mit grünschwarzen Mineralen durchzogen.

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Grüne Produkte hydrothermaler Alterationseinwirkung (z.B. Epidotminerale, Chlorit) in einer leicht schlierigen Grundmasse.

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Venjan-Porphyrit mit hellrotbrauner Grundmasse und zahlreichen Einsprenglingen. Sowohl die grünen als auch die gelblichen Einsprenglinge sind Plagioklas (wohl Ca-dominant), lediglich einige wenige rosafarbene Körner dürften Kalifeldspat sein. Auffällig sind auch hier einige grüne Kerne von Feldspäten, die im weiteren Verlauf ihres Wachstums von weißem Feldspat umsäumt wurden. Weiterhin erkennbar: Hornblendenadeln und hellgrün-schwarz gesprenkelte Xenolithe (Fremdgesteinseinschlüsse) basischer Gesteine.

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Diverse Bredvad-Porphyre im Findlingsgarten, BB 40 cm. Der Bredvad-Porphyr ist noch häufiger anzutreffen als der Grönklitt-Porphyrit. Beide Leitgeschiebe nehmen in Dalarna große Flächen ein, was ihr zahlreiches Auftreten im Geschiebe erklärt.

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Bredvad-Porphyr mit einigen wenigen weißen und roten Feldspateinsprenglingen. Das Gestein wird von einer Ader eines grünen Minerals (Epidot?) durchzogen.

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Vermutlich ebenfalls ein Bredvad-Porphyr. Äußerlich betrachtet heben sich die dunkelroten Einsprenglinge auf der hellen Verwitterungskruste kaum ab. Im polierten Schnitt ist der Kontrast viel deutlicher zu erkennen. Auch ist die Grundmasse recht weich und porös (Ritztest), was auf eine geringeres Verschmelzen der Aschepartikel oder auf Verwitterung hindeutet.

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Im Detail erkennt man ein relativ zum gewöhnlichen Bredvad-Porphyr inhomogenes Gefüge der Grundmasse mit feinen Nadeln eines dunklen Minerals, wohl Hornblende (oder Querschnitte durch Biotitplättchen?). Einzelne grüne, alterierte Plagioklase sind ebenfalls zu erkennen.

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Roter Särna-Quarzporphyr in charakteristischer Ausbildung (vgl. Zandstra 1999, Nr. 152 oder Anstehendprobe auf kristallin.de).

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Reichlich weißlich-rote Feldspateinsprenglinge mit breitem Spektrum an Korngrößen in einer roten Matrix, dazu einige größere gelbe bis grüne Plagioklaseinsprenglinge und viele graue, transparente und magmatisch korrodierte Quarzeinsprenglinge. Dunkle Minerale sind nur in einzelnen kleinen Körnern vorhanden.

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Roter Quarzporphyr mit grünen und rötlich-violetten Schlieren, sehr einsprenglingsreich, mit vielen kleinen z.T. transparenten und größeren grünlichen Feldspäten. Die Art des Feldspats bei den kleinen Einsprenglingen ließ sich nicht ermitteln, die größeren müßten Plagioklas sein. Quarzkörner sind nicht sehr zahlreich vorhanden und auf der Schnittfläche nicht gut zu erkennen. Das Erscheinungsbild läßt auf eine Herkunft aus Dalarna und eine Ähnlichkeit mit dem Särna-Quarzporphyr schließen, allerdings ist wohl zu wenig Quarz zugegen. Quarzporphyre treten auch an anderen Stellen in Dalarna zutage.

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Einsprenglingsreicher Porphyr von Dalarna mit rotbrauner Grundmasse, BB 6 cm, angefeuchtete Schnittfläche.

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Vergrößerter Ausschnitt aus obigem Exemplar mit hübschen Feldspäten: hell- bis mittelgrüne Plagioklase (z.T. mit dunkleren Kernen) und weiße, teilweise mit grauem Kern sowie mit rotbraunen Querriefen versehene Feldspäte. Letztere zeigen deutliche Zwillingsbildungen nach dem Karlsbader Gesetz. Schwarze Minerale sind z.T. nadelig ausgebildet (Hornblende).

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Roter Einsprenglingsreicher Dala-Porphyr, leg. Jähnicke Lesesteinfelder Schlunkendorf. Auch bei dieser Art von Porphyren gestaltet sich die Ausdifferenzierung einzelner Typen aus den oben erwähnten Gründen (s.o. Ignimbrite) mitunter schwierig. Smed (2002) unterscheidet an roten einsprenglingsreichen Dala-Porphyren Månsta-, Åsen-(Oxåsen)-, Kåtilla-, Roten Orrlok- und Hedenporphyr. Dieses Exemplar nun weist neben einer braunroten, feinkörnigen Grundmasse eine Mehrzahl von weißen bis rötlichen Kalifeldspäten gegenüber grünem Plagioklas auf, eine genauere Typbestimmung war nicht möglich.

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Roter Einsprenglingsreicher Dala-Porphyr, nach Smed (2002) Typ Oxasen, Breite 15 cm.

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Roter Einsprenglingsreicher Porphyr von Dalarna mit feinkörniger Grundmasse, relativ wenig Plagioklas und teilweise chloritisierten schwarzen Mineralen.

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Kleines Stück eines Kallberget-Porphyrs, quarzführender Porphyr aus Dalarna. Braunviolette Kalifeldspäte und graue Quarzkörner in einer oberflächlich ausgebleichten, im Bruch ebenfalls violetten Grundmasse.

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Rotbrauner Feldspatporphyr aus Dalarna (Zandstra Nr. 143) mit dichter Grundmasse. Kein Quarz erkennbar, dunkle Minerale sind z.T. in grüne Alterationsprodukte übergegangen.

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Einige Feldspäte zeigen gut ausgebildete Formen, links ein Zwilling eines Alkalifeldspats, grüne Feldspäte müßten alterierte Plagioklase sein, der Feldspat rechts unten weist eine rötliche Zonierung auf.

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Braune, feinkörnige Grundmasse mit teilweise korrodierten, teilweise zerbrochenen Feldspäten. Kein Quarz. Nach Zandstra (2002) müßte dieser Porphyr als Heden-Porphyr anzusprechen sein (Nr. 138): „Sehr viele kleine und große, helle und rotlila Einsprenglinge aus Kalifeldspat in einer massiven, rotlilafarbenen, sehr feinkörnigen Grundmasse. Einsprenglinge aus grüngelbem Plagioklas stark in der Minderheit. Scherbenförmige Feldspateinsprenglinge.“ Die Grundmasse ist hier allerdings eher rotbraun. Graphische Komplexe aus Feldspat und Quarz in der GM sind nicht erkennbar. Zandstra (1988) beschreibt den Heden-Porphyr jedoch mit einer stark körnigen GM, bei Smed (2002) ist die Unterscheidbarkeit einzelner Körner der GM Bedingung für die Ansprache als Heden-Porphyr. Bei der Ansprache dieses Stückes nun muß es daher beim Dala-Porphyr bleiben.

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Granitporphyr mit weißen Feldspäten, die rote Querrisse aufweisen. Kräftig grüner, teilweise abgerundeter Plagioklas. Die Matrix besteht aus Verwachsungen von Feldspat und Quarz, kaum größere Quarzeinsprenglinge. Schwarze Minerale bilden einige rundliche Flecken. Das Gestein wirkt wie ein Roter Einsprenglingreicher Dala-Porphyr mit zu grober Grundmasse (Übergang zum Granit?).

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Polierte Schnittfläche eines Digerberg-Konglomerats. Die Digerberg-Formation enthält Produkte der Abtragung der Dala-Vulkanite. Wenn die runden Klasten aus Porphyren und Ignimbriten als Dala-Gesteine zu identifizieren sind, ist das Gestein als Digerberg-Konglomerat sicher ansprechbar.

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Detail BB 5 cm: gerundete Klasten von einsprenglingsreichen, quarzfreien Porphyren und ignimbritische Klasten mit charakteristischer Braun-/Rotfärbung.

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Kugeliger Porphyr in einem Digerberg-Konglomerat, BB 11 cm. Die nun folgenden Gesteine Nr.25, 26 und 27 lassen sich nicht eindeutig als Gesteine vom Typ Digerberg-Konglomerat (oder -Tuffit) ansprechen, werden aufgrund gewisser Ähnlichkeiten aber hier mit aufgeführt.

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Pyroklastit, zahllose Bruchstücke von Ignimbriten und Porphyren sind fest miteinander verkittet. Die Zuordnung dieses Gesteins aus brekziösen und konglomeratischen (quarzfreien) Bestandteilen zu einer bestimmten Lokalität ist schwer möglich.

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Bruchstücke von Porphyren und ignimbritischen/schlierigen Porphyren.

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Porphyrbruchstücke und ignimbritische Porphyre, die meisten von ihnen gerundet. Die Färbung des feinkörnigen Bindemittels geht in Richtung einiger Digerberg-Gesteine, die Porphyr-Klasten sind quarzfrei. Bei diesem Exemplar ist eine Zugehörigkeit zu den Digerberg-Gesteinen wahrscheinlich.

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Gesteine der Digerberg-Formation können auch Klasten von Porphyren enthalten, die heute im Anstehenden nicht mehr vorhanden sind. Weitere schöne Bilder dieses variationsreichen Gesteins gibt es auf kristallin.de.

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Das letzte Exemplar in der Reihe von Konglomeraten mit vulkanischen Klasten enthält gerundete Porphyrbruchstücke in einer Tuffmatrix. Die Porphyrbruchstücke zeigen einzelne dunkelgrüne oder hellrote Feldspateinsprenglinge und sind von schwarzen Mineralen (Hornblende+Glimmer?) durchsetzt. Sie zeigen überdies keine Ähnlichkeit mit bekannten Dala-Porphyren, sind aber quarzfrei. Das Gestein zeigt keine Spuren metamorpher Überprägung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu „KFH 3: Ignimbrite und Porphyre aus Dalarna

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  2. Henrik Arildskov

    The ignimbrit nr. 4 is not a Brunnsberg ignimbrit. The description on rapakivi. dk is insufficient.
    The right description comes from Sven Hjelmqvist „The porphyries of Dalarna Central Sweden“
    (Sveriges geologiska undersökning Serie C Nr. 782):
    „Groudmass light brown, fine-grained, not noticeably schlieric but with single parallel, somewhat coarser stripes. Albit light grey“.
    Brunnsberg ignimbrit contains albit (Picture on http://www.vendsysselstenklub.dk).
    Of course it is not possible to identify a stone only from a picture,but my guess is that it is a red Rännås ignimbrit (picture on http://www.vendsysselstenklub.dk).
    Best regards
    Henrik

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