Geschiebe in Hohenfelde 2

Metamorphite

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Hübscher roter Augengneis mit weißen Quarz- und schwarzen Biotitschlieren, BB 18 cm. Der bräunlich-grüne Mineralanteil ist dann vermutlich Plagioklas. Oligoklas, ein Plagioklas mit 10-30% Anorthitanteil, kann mitunter bräunliche Farbtöne aufweisen. 

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Plagioklasschlieriger Granatamphibolit, BB 13 cm. Einige Plagioklasschlieren sind hier rot gefärbt, vermutlich durch Hämatitpigment.

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Flammenpegmatit (deformierter bunter Pegmatit), BB 13 cm, mit rotem Kalifeldspat und alteriertem, leuchtend gelbem Plagioklas (hoher Na-Plagioklas-Anteil) sowie verhältnismäßig wenig grauem Quarz.

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Flammenpegmatit mit viel grauem Quarz und gelbem Plagioklas, aber wenig rotem Kalifeldspat. BB 19 cm.

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BB 12 cm. Ein Metamorphit mit einer großen leukokraten Ader und vielen kleinen grünen Epidotadern ist durch tektonische Einwirkung zerbrochen und weist eine Versatzhöhe von etwa 3 cm auf. Später sind die Bruchlinien mit Quarz ausgeheilt.

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Eigenartiger roter Metamorphit, BB 12 cm. Hätte man wohl doch mitnehmen müssen, nur vom Foto her ist eine Bestimmung des Mineralbestandes schwierig. Zumindest ist in der Aufsicht kein Quarz zu erkennen. Das dunkelrote Mineral könnte Granat sein, idiomorphe Kristallform ist aber nicht zu beobachten. Helleres Rot: möglicherweise Kalifeldspat. Das weiße Mineral besitzt eine faserige Ausbildung. Einige wenige dunkle Minerale sind vorhanden.

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Die Foliation wird in der Seitenansicht deutlicher, ebenso die Gestalt des roten Hauptgemengteils, vermutlich Kalifeldspat. Außerdem sieht man wenig grünen Plagioklas, transparenten Quarz und schwarze Minerale.

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Metamorphit, Breite 11 cm, ein unfoliierter Feldspat-Granofels aus statischer Metamorphose mit schwarzen Poikiloblasten. Die gleichkörnige Grundmasse besteht im wesentlichen wohl aus Kalifeldspat und Quarz. Einige schmutziggrüne Plagioklase sind ebenfalls vorhanden. Die schwarzen Tupfer sind wohl hauptsächlich Biotit, möglicherweise ein Relikt pinitisierten Cordierits. Cordierit entsteht in hochmetamorphen (amphibolit- bis granulitfaziellen) Gesteinen, reagiert aber auf Gegenwart von geringen Mengen Wasser empfindlich und zerfällt zu Biotit und anderen Mineralen („Pinitisierung“).

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Angefeuchtetes Detail, BB 5 cm. In den schwarzen Flecken befinden sich noch weitere Minerale, im Falle eines pinitisierten Cordierits sind dies nach Vinx (2011) Muskovit und weitere Phyllosilikate.

 

Granitoide

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BB 12 cm. Makroskopisch weitgehend quarzfreier Magmatit mit kleineren weißen und größeren bläulichgrauen Feldspäten. Auch rötliche und grün gefärbte Feldspäte kommen untergeordnet vor. Es scheint also mehrere Generationen von Feldspat zu geben. Möglicherweise sind die größeren Feldspäte ternäre Feldspäte, die bei hohen Temperaturen kristallisierten und aus allen drei Feldspatkomponenten bestehen (Hypersolvus-Granit ohne vollständige Entmischung in Kalifeldspat und Plagioklas). Das Gestein wäre dann makroskopisch weder als Monzonit noch als Syenit ansprechbar. Reine Monzonite sind i.d.R. Gesteine mit recht homogenem Gefüge. Nach einem Hinweis von Frau H. Wilske ist eine Zuordnung des Gesteins zum Typ Filipstad/Östergötland wahrscheinlich.

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Einige transparente, abgerundete Quarze liegen in einer orangeroten Masse, die zahlreiche weiße Kalifeldspateinsprenglinge führt und aus Kalifeldspat, Quarz und wenig grünlichem Plagioklas besteht. Wenig schwarze Minerale, Quarz liegt wohl unter 20% Mengenanteil, damit wäre das Gestein ein Quarz-Syenit. Die makroskopische Abschätzung des Quarzanteils kann aber auch deutlich zu gering ausfallen, somit ist auch diese Einschätzung unter Vorbehalt zu sehen.

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Die Hauptgemengteile dieses Stückes, Breite 10 cm, sind Kalifeldspat und reichlich Hornblende. Quarz ist makroskopisch nicht zu erkennen, vermutlich ein Syenit unbekannter Herkunft. In der Regel enthalten Syenite allerdings nicht derart viele mafische Minerale.

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Dala-Granit aus rotem Kalifeldspat, weißem bis grünlichen Plagioklas, hellgrauem transparentem Quarz und Biotit in teilweise sechseckigen Kristallen als dunklem Mineral, BB 10 cm. Etwas Chlorit ist anwesenend, goldene Plättchen sind angewitterter Biotit. Der Kalifeldspatanteil ist verhältnismäßig gering, möglicherweise ein Übergang eines Siljan-Granits in einen plagioklasreicheren Järna-Granit.

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Porphyrischer Garberg-Granit (BB 13 cm) von recht matter Farbe, mit mäßig viel hellgrauem Quarz. Mit der Lupe sind graphische Verwachsungen von Feldspat und Quarz erkennbar.

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Vollroter Garberg-Granit (1.Bild BB 16 cm, 2.Bild BB 8 cm) mit wenig bläulichem Quarz, feinkörniger Grundmasse (nach Zandstra 1988 mikropegmatitsch, daher ist der Garberg-Granit ein Granophyr) und weißen Plagioklaseinsprenglingen. Die untere Hälfte dieses Exemplar besteht aus einem Gefügewechsel oder einem assimiliertem Autolithen (Einschluß eines Gesteinsanteils mit anderem Gefüge, aber aus dem gleichen Magma stammend).

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Ein Granit der Filipstad-Granitfamilie aus Värmland-Östergötland (Östergöta-Granit, Richtung braunvioletter Filipstadgranit oder Kinda-Granit), BB 14 cm, mit mäßig viel trübweißem bis leicht bläulichem  Quarz. Kalifeldspat ist meist braun, manchmal rötlich gefärbt, (Na-)Plagioklas leuchtend orangegelb.

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Detail, BB 7 cm.

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Bornholm-Granit, Svaneke-Granit. BB 12 cm. Roter Kalifeldspat mit zahlreichen Einschlüssen, Plagioklas ist weiß bis grünlich gefärbt. Quarz unauffällig, Biotit und andere Minerale sind in schwarzen Nestern konzentriert. Diese enthalten auch reichlich Titanit, trotz Abgerolltheit des Steins erkennbar.

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Detail, BB 7 cm.

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Blauquarzführender Plutonit, Breite ca. 25 cm, mit weißem, grauem bis violettgrauem Kalifeldspat, der teilweise von unvollständigen orangenen Ringen umgeben ist. Quarz ist offenbar mit unter 20% vertreten, weißer Plagioklas scheint Kalifeldspat zu überwiegen, ein Quarz-Monzonit.

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Leichte Einregelung des Mineralgefüges, schwarze Minerale in kettenartiger Ausbildung, BB 14 cm. Blauer Quarz läßt auf eine Herkunft aus Småland schließen, wo neben Graniten und Monzograniten ein großer Anteil an Quarz-Monzoniten vorkommt. Orangefarbener Plagioklas könnte ein Hinweis auf ein Östergöta-Granitoid sein.

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Quarzreicher Granitoid, BB 15 cm. Quarz ist trüb und nahezu zuckerkörnig ausgebildet, was auf eine Deformation bei niedrigen Temperaturen hindeutet. Der Quarz zerbricht dann und reagiert nicht duktil (Kataklase). Auf der Stirnseite erkennt man, daß einzelne eckige rosa Kalifeldspäte von einem orangegelbem Mantel umhüllt sind. Dies ist vermutlich Plagioklas, der auch in gelben Aggregaten vorliegt, die ebenfalls orangegelb ummantelt sind. Schwarze Minerale sind weitgehend Biotit. Herkunft? Möglicherweise Småland.

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Grobkörniger Granit mit grauem bis blauem Quarz, rosafarbene Kalifeldspäte weisen Risse auf, die vermutlich von mafischem Magma (vermutlich Hornblende) ausgeheilt wurden. Bis auf die Farbe der Kalifeldspäte, die in den typischen Leitgeschieben beigefarben sind, hat dieses Stück die Eigenschaften eines Järeda-(Mariannelund)-Granits.

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Heller Rapakiwigranit als Porphyraplit mit rotem Ring um ein Ovoid, BB 8,5 cm. Quarz der ersten Generation ist hell und transparent ausgebildet, die zweite Generation steckt in der Grundmasse mit graphischer Verwachsung von Kalifeldspat und Quarz. Einige Hämatitimprägnierungen treten auf, Plagioklas scheint hier rot zu sein, ist aber außer als Ring um das Ovoid kaum vorhanden. Könnte möglicherweise in die Richtung porphyraplitischer Prickgranit gehen.

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In der Seitenansicht, BB 16 cm, ist ebenfalls ein größerer roter Feldspat zu erkennen. In der Mitte des Gesteins sitzt ein abgerundeter Kalifeldspat mit undeutlichem, unvollständigem roten Rand.

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Mittelkörniger, schwach pyterlitischer Granit, Breite 13 cm, mit Übergang zu einem gleichkörnigem Gefüge. Auch hier ist, wenn auch nur sehr wenig, roter Plagioklas enthalten. Kalifeldspat ist gelb, Quarz in hell- bis mittelgrauen Tönungen vorhanden.

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Im Detail, BB 6 cm, erkennt man eine undeutliche rote Ringbildung um einen Kalifeldspat. Zuordnung schwierig, Haga-Granit aus Åland? Für einen mit dem Perniö-Granit verwandten westfinnischen Hängö-Granit liegt zu wenig Plagioklas vor. Möglicherweise stammt das Gestein aber auch aus einem bisher unbekanntem Vorkommen am Grund der Ostsee.

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Hübsches Handstück eines Åland-Rapakiwis, Breite 11,5 cm.

 

 

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