Brandenburg: Kiesgrube Oderberg-Bralitz

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Die Kiesgrube Oderberg-Bralitz ist durch das vermehrte Vorkommen von nordischen Sedimentgeschieben bekannt, insbesondere Kalksteine aus Kambrium, Ordovizium, Silur und Kreide. Nach ihrer Stilllegung 1993 wurde die Grube teilweise renatuiert, das Relief  abgeflacht, so daß heute nur noch eingeschränkte Fundmöglichkeiten existieren. Ebenso ist die Grube offenbar mittlerweile Tummelplatz von Motocrosstrainings, so daß die Ruhe beim Sammeln mitunter „auf der Strecke“ bleibt.   

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Im Nordteil der Grube ist weichselglazialer Geschiebemergel teilweise als Blockpackung zu beobachten.

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Sedimentärgeschiebe

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Kalksandstein (Stinkkalk) aus dem Oberkambrium mit Trilobitenpanzerschill. BB 7,5cm.

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Trilobitenpanzerschill von Agnostus pisiformis. Diese augenlose Trilobitenart ist häufig eingerollt zu finden, sie konnte ihren Panzer ähnlich Muschelschalen schließen. Agnostus pisiformis kann gesteinsbildend auftreten und ist Leitfossil für die Basis des Oberkambriums.

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BB 12 cm. Links ein mäßig fester Scolithensandstein (Eokambrium, 570 Ma). Die bräunlichen, durch Eisenverbindungen gefärbten Röhren stellen Lebensspuren eines der ältesten bekannten nordeuropäischen Fossilien dar, unverzweigte Wohnröhren wahrscheinlich am Meeresboden lebender Würmer.

Rechts ein rot gefleckter dolomitischer Kalkstein (Salzsäureprobe positiv), roter Ostseekalk.

Scolithensandstein

Ein weiterer Skolithos-Sandstein, diagenetisch stark verfestigt, Kambrium.

Orthocerenkalk 1

Grauer Orthocerenkalk, möglicherweise Oberer Grauer Orthocerenkalk (Ordovizium, ca. 460 Ma), geschichtet, mit leicht gelblicher Verwitterung. Höhe des Orthoceras: 10 cm. Orthoceren sind eine ausgestorbene Art der Kopffüßer (Cephalopoden). Die Sedimente der verschiedenen Orthocerenkalke aus dem Ordovizium lagerten sich in einem epikontinentalem Flachmeer auf dem baltischen Kraton ab.

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Schwanzschild (Pygidium) eines Trilobiten, möglicherweise der Ordnung Phacopida.

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Seeigel (Breite 6 cm) der Gattung Echinocorys aus der Oberkreide (ca 70 Ma) , Kalkrinde mit Salzsäure aufgelöst.

Bryozoen Feuerstein

Bryozoen (Moostierchen) im Feuerstein, Oberkreide, BB 12 cm.

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Toneisenstein, BB 13 cm, möglicherweise aus den Rhät-Lias Schichten von Schonen oder Mitteljura von Bornholm. Enthalten sind Pflanzenhäcksel, die zonare Färbung von innen nach außen grün-rot-braun ist auf die Verwitterung von enthaltenem Glaukonit zurückzuführen.

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Gewöhnlicher, fein geschichteter, eisenhaltiger Sandstein, BB 12 cm.

Leopardensandstein ,Tigersandstein, Kambrium

Leopardensandstein („Tigersandstein“), BB 11 cm. Die schwarzen Flecken sind Eisen-Mangan-Oxide. Vermutlich Kambrium, eine genauere Einschätzung ist schwierig, da das Gestein recht fossilarm ist und verschiedene Ausprägungen bekannt sind.

Hexenschüssel, imprägnierter Sanstein

„Hexenschüssel“, Limonitsandstein, imprägnierter Sandstein, BB 20 cm. Erkennbar ist der braune Limonitrand, während das Innere durch die Rotfärbung eher auf Hämatit (Roteisenstein) hinweist.

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Quarzit

 

Kristalline Geschiebe

Gneis 1

Migmatitischer Gneis mit durchlaufendem Melanosom (Biotit + Amphibol), BB 40 cm.

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Dala-Porphyr, BB 10 cm. Dichte, zähe Grundmasse mit weißen bis grünweißen Einsprenglingen ohne erkennbaren Quarz, ca. 1,6 Ga alt.

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Diabas mit rechteckigen Plagioklaseinsprenglingen in schwarzer, körniger Grundmasse, BB 12 cm.

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Diabas-Porphyrit mit weißen und gelblich-grünen Plagioklas-Leisten und -Platten sowie dunklen Einsprenglingen (Augit) in einer feinkörnigen, grauen Grundmasse, kein Quarz. Der Block mißt etwa 60 cm.

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Detail Diabas-Porphyrit.

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Granitporphyr; fleischrote, eckige Kalifeldspäte bis 3 cm Länge in einer violetten Grundmasse, die wenig erkennbaren Quarz enthält. Breite an der Basis 7 cm.

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Braunrote Grundmasse mit ausgewalztem Quarz und teilweise undeutlichen grünen Einsprenglingen, möglicherweise ein überprägter Ignimbrit, der dann als (streifige) Hälleflinta anzusprechen ist (u.U. aus Småland). BB 13 cm.

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Literatur: Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg Nr.2: „Bad Freienwalde – Parsteiner See“, Berlin 1994