Geschiebe von Rügen – Metamorphite

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Migmatitischer Gneis, BB ca. 50 cm, mit nahezu parallel verlaufenden Aplitadern, schräg zur Foliation des Gneises. Die aplitischen Adern müssen vor oder während der Umwandlung zum Migmatit ins Gestein eingedrungen sein, da sie ebenfalls Spuren einer (erneuten) Aufschmelzung zeigen.   

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Granatführender migmatitischer Gneis, Breite ca. 1 m, mit schöner Fältelung auf glatter, ebener Oberfläche.

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Detail Granat aus dem oberen Block, BB 9 cm. Die graue Farbe des Gesteins, der Gneisgefüge noch erkennen läßt, deutet auf einen Paragneis (sedimentäres Edukt).

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Dunkles Gestein (Amphibolit oder Diorit) mit leukokraten Adern, Breite ca. 30 cm. Aplite sind feinkörnig, hier ist aber, besonders auf dem rechten Foto (BB 10 cm) erkennbar, eine Kristallisation und makroskopisch erkennbare Trennung von Mineralbestandteilen erfolgt (rosa Kalifeldspat, weißer Plagioklas, vermutlich auch Quarz).

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Västervik-Fleckengestein aus Göhren/Nordperd, BB 15 cm mit nahezu perfekten Granoblasten. Rötlicher Granofels mit schwarzen Biotit-Cordierit-Sillimanit-Flecken, die eine helle Randzone (Quarz+Feldspat oder Quarz+Serizit) aufweisen (s. a. Zandstra 1998). Zahlreiche Übergangsformen sind bekannt, die folgenden drei Bilder sind möglicherweise auch diesem Vorkommen zuzuordnen.

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Orangeroter Migmatit als Granofels, Breite 30 cm. Ob die angedeutungsweise erkennbare Foliation reliktisches Gneisgefüge ist oder durch die metamorphen Prozesse flaserig auseinandergezogene Granoblasten darstellet, bleibt offen.

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Granofels, Breite 50 cm, Västervik-Fleckengestein mit viel roter Matrix.

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Foliierter Granofels, Breite 35 cm. Dieses Gestein zeigt sowohl ein foliiertes Erscheinungsbild als auch Flecken, es wurde wohl nahezu komplett aufgeschmolzen, da die Matrix richtungslos-körnig ausgebildet ist. Möglicherweise ist hier die reliktische Schichtung eines Gneises erkennbar, vielleicht aber auch eine Foliation des Granofelses im Verlaufe der Metamorphose. Grauschwarze, wolkige Bereiche deuten Mineralneubildungen bzw. Auflösungsvorgänge von Restit an.

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Gneis, Breite ca. 60 cm. Die linke, dunkle Partie besitzt eine sehr ausgeprägte Foliation mit lang aushaltenden Lagen aus Quarz, Lagen mit reichlich schwarzen Mineralien und Lagen aus orangerotem Kalifeldspat + schwarzen Mineralien. Die rechte, rote Partie hingegen wirkt fast homogen. Bei genauerem Hinsehen ist auch hier die gleiche ebenmäßige Foliation zu erkennen, schwarze Minerale sind jedoch deutlich weniger, roter Kalifeldspat dafür dominant vorhanden.

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Leuchtend roter Augengneis, von feiner Epidot-Ader durchzogen, BB 20 cm. Das Zurücktreten dunkler Minerale durch Verwitterung und mechanische Entfernung verursacht ein reliefartiges Hervortreten der roten Kalifeldspataugen und -flasern.

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Kurioser Biotitgneis mit orangefarbenen Feldspataugen. Oberes Bild: Breite 16 cm.

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Småland-Granit im Kontakt mit einem dunklen, feinkörnigem Diabas, durchzogen von giftgrünen Epidotadern.

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Ostseeküste östlich von Lohme, 23.04.2014, 15:00 Uhr, 7°C, Regen.

4 Gedanken zu „Geschiebe von Rügen – Metamorphite

  1. Gerhard Fuhrmann

    Moin, sehr schöne Rügenbilder, die mir helfen, meine „Rügenschätzchen“, die in einer wassergefüllten Box ihren farblichen Reichtum zeigen, näher zu bestimmen (das Steinefieber hat mich erst im März am Brodtner Ufer erwischt).
    Vielleicht würde das eine oder ander vor Ort ! gemachte Foto noch prägnanter rauskommen ohne die starken Reflexe, ein gutes Polfilter könnte hilfreich sein.
    Auch die Hohenfelde Seite hilft mir sehr, neben all den anderen guten Geistern, die Du auch nennst.
    Viele Grüße aus HH
    Gerhard Fuhrmann

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    1. admin Artikelautor

      Moin, vielen Dank für den Tip mit dem Polfilter! Als Funktion zu meiner Kompakten leider nicht zuschaltbar 😉
      Grüße, Marc

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  2. Kurtz Peter

    ein Polfilter braucht man nur vor die Linse halten und durch drehen den Effekt beobachten. Ein Einschraubgewinde ist nicht notwendig

    Grüsse aus dem Saarland
    Peter

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  3. Roland Werner

    Hallo!
    Auf Ihre Seite bin ich gekommen ,weil ich einen großen Findling erworben habe der eine schöne Maserung/ Schichtung zeigt.Nun versuche ich mehr über diesen Findling zu erfahren. Ich denke er ist ebenfalls ein Migmatit. Vieleicht könnte ich Ihnen ein Foto zusenden, damit sie einen Blick darauf werfen und mir vielleicht einige Tipps geben könnten?
    mit freundlichen Grüßen !
    R. Werner

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