Geschiebe von Rügen – Granite

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Siebenschneiderstein bei Kap Arkona, ein mächtiger Block eines Karlshamn-Granits von 165 t. Bei den Graniten gestaltet sich die Bestimmung bisweilen mühsam, ohne frische Bruchfläche manchmal aussichtslos. Bei einigen Typen gelingt eine grobe Zuordnung zu einer Granitfamilie, z.B. Dalarna mit Siljan- und Garberg-Granit, rote Smaland-Granite im Allgemeinen, Uppland-Granite. Letzten Endes muß sich die Einsicht durchsetzen, daß interessante Granite mitnichten immer Leitgeschiebe sind.   

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Interessanter Granit (BB oben 30 cm) mit schnurartigen Aggregaten schwarzer Minerale um reichlich orangerote Kalifeldspäte. Letztere bilden undeutlich entwickelte Kristalle und hin und wieder runde Aggregate, wenige davon mit weißem Ring. Karlshamn-Granit (Eringsboda-Typ?)

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Bildbreite 13 cm

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Bildbreite 20 cm. Rote Småland-Granite mit leuchtend rotem Kalifeldspat und Blauquarz sind auf Rügen reichlich vorhanden. Sie enthalten mitunter sehr wenig schwarze Mineralien (v.a. Biotit), die nach SMED durch Alteration teilweise in Chlorit umgewandelt sind. Das häufige Fehlen oder untergeordnete Auftreten von Plagioklas zeichnet sie als Alkalifeldspatgranite aus. Solche Exemplare sind häufig zu finden und stammen aus einem recht großen Einzugsgebiet mit unterschiedlichen Typen, die schwer auseinander zu halten sind. Zur Unschärfe der Bezeichnung „Roter Växjö“-Granit siehe auch skan-kristallin.de. Diese mittelkörnigen roten Småland-Granite sind als Leitgeschiebe weniger geeignet, höchstens als Småland-Indikator. Das untere Foto zeigt ein Exemplar mit bläulich-grauem Quarz und etwas gelben Plagioklas.

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Links: BB 30 cm, Småland-Granit mit Xenolithen. Rechts: BB 30 cm, orangerote, teilweise mit grünlichen Plagioklasrändern versehene, gerundete Kalifeldspäte mit bläulich-weißem Quarz, grünem Chlorit und etwas eigenständigem Plagioklas (alteriert) in deformiertem Gefüge.

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BB 13 cm. Dunkelgraue bis schwarz erscheinende, teils abgerundete tropfenförmige, teilweise hypidiomorph entwickelte Quarze um abgerundete rote Kalifeldspäte. Die Quarze bilden Ketten und erinnern an pyterlitisches Gefüge, zeigen jedoch überwiegend keine idiomorphen Formen. Ein wenig grüner Plagioklas ist zu erkennen, sehr wenig dunkle Mineralien. Graphische Verwachsung von Feldspat und Quarz ist nicht besonders ausgeprägt. Rapakiwigranit, aber aus welchem Pluton? Ragunda-Rapakiwigranit?

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BB 12 cm. Sieht aus wie ein porphyrischer Garberg-Granit, dem magmatisches Äquivalent zum Bredvad-Porphyr. Roter Kalifeldspat stellt den Hauptbestandteil, idiomorpher gelber bis grünlicher Plagioklas, sehr wenig Quarz und schwarze Mineralien sind zu erkennen. Plagioklas bildet, rechts oben etwas undeutlich zu erkennen, Ringe um die Kalifeldspäte.

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Siljan-Granit mit geflammten Kalifeldspatkristallen, reichlich hellgrauem Quarz und gelbem bis grünem Plagioklas. BB 16 cm.

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BB 18 cm. Ähnelt dem Vorgänger, allerdings ist hier der Quarz blau, die rotbraunen Kalifeldspäte nicht durch perthitische Entmischung geflammt, Plagioklas ist weiß über gelb bis grün, Chloritflecken. Wohl eher ein Småland-Granit.

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Interessante Bildung in einem rotem Småland-Granit: ein bräunliches Ovoid (ø 5 cm, Kalifeldspat?) läßt rote und weiße Feldspäten durchscheinen. Im Gestein sind weiterhin zentimetergroßer, bläulichweißer zerdrückter Quarz zu erkennen, reichlich roter Kalifeldspat und sehr wenig gelber Plagioklas.

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Rätselraten um diesen Granit mit den zwei schönen, etwa 4 cm langen Kalifeldspäten. Quarz ist hellgrau, rechts unten ist ein Kalifeldspatkristall mit gelbem Plagioklasring zu sehen. Geht möglicherweise Richtung Uppland-Granite (Fellingsbro-G., Enkullen-G.)?

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BB 14 cm. Reichlich blauer Quarz und braune, hellrötliche bis violette Kalifeldspat-Einsprenglinge. Viel weniger gelber Plagioklas bildet unvollständige Ränder um die Kalifeldspäte. Möglicherweise ein Östergöta-Granit. Im Typ Kinda dürften dann allerdings nur braune Feldspäte enthalten sein. Für einen Granit vom Typ Filipstad liegt wohl zuviel Blauquarz vor.

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Großes braunes Feldspatkristall von 4 cm Länge und weitere rote Kalifeldspäte in einem Granit mit bis 1,5 cm großen, trüb-bläulichweißen Quarzen.

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Småland(?)-granit mit blaßroten Kalifeldspäten. BB etwa 45 cm. Bläulicher, trüber und zerdrückter Quarz, leichte Einregelung der roten bis braunen Kalifeldspäte, die ein deutlich zoniertes Wachstum aufweisen und eckig bis abgerundet ausgebildet sind. Plagioklas gelb bis grünlich, auch in eckigen Kristallen sowie Ringen um die Kalifeldspäte; recht viel schwarze Mineralien.

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Dieses Gestein weist mehr Plagioklas als Kalifeldspat auf, Quarz ist nur sehr untergeordnet erkennbar, damit ein Quarz-Monzonit bis Monzonit. Brauner Kalifeldspat ist gelegentlich von Plagioklas umhüllt. Richtung Filipstad/Kristinehamn-Granit?  BB 16 cm.

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Monzogranit. BB oben 40 cm, BB unten ca. 25 cm. Roter Kalifeldspat ist sowohl mit Plagioklaskern als auch mit gelegentlichen Plagioklasringen zu beobachten.  Einige große weiße Einsprenglinge sind dann wohl idiomorphe Plagioklase; Quarz graubraun und nicht reichlich vorhanden.

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BB 26 cm. Kalifeldspat ist rötlich, graugrün zerdrückter Quarz und überwiegend weißer Plagioklas, damit ein Granodiorit. Trotz recht zahlreich auftretender schwarzer Mineralien ähnelt dieses Stück einem Vänge-Granit.

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Interessantes Gestein, BB 17 cm. Offenbar ein recht quarzreicher Granitoid mit orange gefärbten Feldspateinsprenglingen, sehr wenig kleinerem, grünlichen Plagioklas und nadelig wirkendem dunklem Mineral (Biotit oder Hornblende). Farblose Minerale sind transparent, ein beträchtlicher Teil davon müßte Quarz sein. Darüber hinaus kann aber noch weiterer Plagioklas oder Kalifeldspat enthalten sein, vor Ort wurde der Mineralgehalt leider ungenügend ausdifferenziert. Hat ein wenig Ähnlichkeit mit einem Hernö-Granit, jedoch ohne erkennbaren Muskovit, könnte aber auch in Richtung Stockholm-Granit gehen.

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Pilgrimstad-/Grauer Revsund Granit, Breite 35 cm, mit schwarzen Mineralien, auch in größeren Anhäufungen. Um die großen grauen und abgerundeten Kalifeldspäte kommen auch Plagioklasringe vor (rechts). Plagioklas und schwarze Mineralien finden sich ebenfalls innerhalb der großen Einsprenglinge. Quarz kommt äußerlich betrachtet nur untergeordnet vor.

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Granitporphyr (BB 16 cm) mit weißen bis leicht braun getöntem Kalifeldspat-Einsprenglingen. Ein Ovoid ist von einem weißen Rand umgeben. Die Grundmasse ist mikrogranitisch. Die Akkumulation von schwarzen Mineralien am rechten Bildrand könnte ein Relikt eines Fremdgesteinseinschlusses sein. Herkunft wohl ostbaltisch (Åland oder finnisches Festland), porphyrischer Mikrogranit.

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Rapakiwieigenschaften, BB 9 cm: Kalifeldspatovoid mit unvollständigem Ring. Um die kleineren Einsprenglinge sind Ansätze von grünen Plagioklasummantelungen zu beobachten. Quarz ist in unauffälligen einzelnen grauen Körnern zuerkennen und vermutlich reichlich in der Grundmasse vorhanden.

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Leuchtend roter Åland-Rapakivi-Granit.

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Rapakiwi-Granit, Breite 35 cm, mit aplitischem/granophyrischem Gang. Der Gang weist einen dunklen Reaktionsrand auf. Die Gangfüllung besteht zum größten Teil aus mikropegmatitischer Verwachsung. Das Wirtsgestein ist von orangeroter Farbe und besitzt recht viele helle Quarze, die aber auch durch die Brandung abgerollt sein können. Herkunft ungewiß.

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Interessanter Rapakiwi-Granit (BB 18 cm) mit graphischer Verwachsung um die Feldspatovoide, wenig grüner Plagioklas, Hämatitimprägnierungen. Grüner Plagioklas findet sich teilweise auch in den orangebraunen Kalifeldspäten. Quarz bildet 1. größere hellgraue Aggregate und ist 2. an der graphischen Verwachsung beteiligt. Herkunft aus einem Unterwasservorkommen in der Ostsee (Danke an Matthias Bräunlich für den Hinweis, eine Veröffentlichung von ihm zu diesem Thema ist zum Frühjahr 2015 angedacht).

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BB 11 cm. Kleine, abgerundete und eckige Quarze sind wie auf einer Perlenschnur aufgereiht um Kalifeldspatzwillinge gruppiert. Trüber Kalifeldspat bildet Ringe um vermutlich durch Hämatit rötlich wirkende Quarze.

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Xenolith von etwa 20 cm Durchmesser in einem Granitblock auf der Uferpromenade Sassnitz, kein Geschiebe.