Kaiserstuhl: Achkarren – Kirchberg

Rebgelände nördlich Achkarren (Schneckenberg)

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Zufahrt zum Rebgelände am Schneckenberg. Löß, ein kaltzeitliches äolisches Sediment, lagerte sich im damals vegetationslosen Kaiserstuhl auf Leeseiten bis zu 30-40 m Mächtigkeit ab. Der wasserspeichernde Löß weist Standfestigkeit und gute Kornbindung auf (Korngrößen 0,002-0,2 mm, Feinsande, Schluff und Ton), ist allerdings leicht erodierbar: in der Eichgasse bei Bickensohl bildet er durch anthropogenen Einfluß bis zu 8 m mächtige Gassen (Hohlwege) aus. Bekannt sind Einschaltungen von Kalkkonkretionen im Löß, „Lößkindel“ genannt, in ehemaligen Wurzelhorizonten. 

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Mineralische Bestandteile sind vorwiegend Quarzkörner und Calcit bis zu 35 %, untergeordnet Feldspat, Dolomit, Glimmer, Ton- und Schwerminerale. Als weltweit vorkommendes Sediment bedeckt Löß etwa 10 % der Erdoberfläche.

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Blick auf den Schloßberg Achkarren (352m) beim Besuch des Rebgeländes zwischen Bickensohl und Achkarren auf dem Schneckenberg. Hier stehen kleine Aufschlüsse von Tephriten und Eruptionsbrekzien an. Manche Gesteine besitzen Blasenhohlräume, in denen sich Calcit, Opal und Zeolithe finden lassen. Günstiger sind die Aufschlußmöglichkeiten wohl am Schloßberg.

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Lavaerguß aus Leucit-Tephrit.

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Leucit-Tephrit mit hellgrauer Verwitterungsrinde und schwarzem Titan-Augit.

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Tuffbrekzie mit rötlich-gelbem Tuff und reichlich Tephritbruchstücken, Produkt eines explosiven Ausbruchs.

Bickensohl

Tephrit mit Augit-Einsprenglingen. Augit (Ca,Fe)(Mg,Fe)[Si2O6] ist ein Ca-Klinopyroxen der Diopsidgruppe und häufig wesentlicher Bestandteil basaltischer Gesteine. Auch Ägirin NaFe3+[Si2O6], z.B. vom Limberg, ist ein Klinopyroxen (Na-Klinpyroxen der Jadeitgruppe) und bildet mit Augit eine Mischreihe (Ägirinaugit). Titan-Augit ist typisch für basische Vulkanite und enthält 3-5% TiO2, Titan nimmt den Platz der Mg,Fe-Gruppe ein.

 

Kirchberg bei Niederrotweil

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Steinbruch am Kirchberg bei Niederrotweil, Fundstelle für Melanit (Granat), Zeolithe (Natrolith), Calcit mit Opal (Hyalit), Titanit, allerdings mit stark eingeschränkten Fundmöglichkeiten. Der „Große Bruch“ darf gar nicht betreten werden, der „Gemeindebruch“ nur von Juli bis Dezember. Der hier abgebaute mittelgraue, feinkörnige Phonolith ist eine Intrusion in die umliegenden Tephrite. Tephrite des Kirchbergs werden mit 17,4 Ma und die Phonolithe mit 15,1 Ma angegeben (Lippolt et al. 1963). Des weiteren wurden am Kirchberg schmale Karbonatitgänge und karbonatische Aschen- und Lapillituffe (Südseite des Kirchbergs) aufgefunden.

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Weiß verwitterter Phonolith, hier Hauyn-Sodalith-Phonolith mit Sanidin und Nephelin, der gelegentlich Einsprenglinge von Sodalith (rote Punkte), Melanit und Ägirinaugit (schwarz) enthält. Phonolith (Klingstein) ist Gestein des Jahres 2014. Dünnplattige Bruchstücke haben einen charakteristischen, hellen Klang und werden bisweilen für Lithophone verwendet. Der Phonolith vom Steinbruch Hauri in Bötzingen (Oberschaffhausen) enthält Wollastonit. Als Ganggestein wird Phonolith als Tinguait bezeichnet, allerdings sind die Übergänge zwischen beiden Gesteinsausbildungen fließend.

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An der Auffahrt zum Gemeindesteinbruch: rotes Tephritagglomerat und Tuffe im Kontakt mit Phonolith.

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Verfestigter Tuff, Lapillituff als relativ kompaktes Gestein mit weißen und braunen Kügelchen in rötlich-graubrauner Aschenmasse, auch auf frischer Bruchfläche. In einem größeren Hohlraum sitzt gelber, unverfestigter Tuff. Ein Salzsäuretest vor Ort blieb aus, denkbar ist auch ein Tuff mit karbonatitischen Lapilli.

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Lapillituff bzw. Tuffbrekzie mit tephritischen Bestandteilen und einer hellen Tuffmasse mit Lapilli. Die Augite in den größen Bruchstücken sind ohne weiteres erkennbar. Rechts eine Druse mit weißem Calcit, vorgelagert ein Agglomerat aus rotem, oxidiertem Tephrit.

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Detail der Tuffbrekzie mit dunkelgrauen und roten, beim Ausbruch durch Kontakt mit Sauerstoff oxidierten tephritischen Bruchstücken und Lapilli.

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Tephrit vom Kirchberg mit reichlich Augit, grauer Grundmasse und weißen, kugeligen Einsprenglingen von Leucit.

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Dunkelgrauer Tephrit mit Leucit und kleinen Blasenhohlräumen mit Calcit.

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Sande/Tone zwischen vulkanischem Geröll. Rotfärbung des Bodens durch Eisenoxide, später von Kalkadern (Wurzelhorizont) durchsetzt.