Kalksteinbruch in Faxe (Dänemark)

1Die Kalkgrube Faxe, etwa 20 km südlich von Køge, ist der größte Steinbruch Dänemarks, und, was einen Besucher aus Deutschland überrascht, für jedermann zugänglich. Es gibt einen beschilderten Rundweg durch einen nicht genutzten Teil des Steinbruchs, auf dem man die KT-Grenze besichtigen oder im Faxe-Kalk und im Flint nach Fossilien suchen kann. Empfehlenswert ist der Besuch des Geomuseum Faxe direkt am Kalkbruchrand.

DSC_0927 copy   DSC_0970Der Flint von Faxe ist in unverwittertem Zustand braun, rechts ein Exemplar mit einer Rinde aus Bryozoen.

2Die Kalksteine im Steinbruch Faxe stammen aus der untersten Schicht des Paläogen (66-61,6 Ma). Gesteinsbildend sind Ablagerungen aus Korallen- und Bryozoenriffen, die in das Dan C einzuordnen sind (ca. 63 Ma)

DSC_0902 copyHäufig zu finden sind Korallen, Bryozoen, Brachiopoden, Krabben, Muscheln und Schnecken, seltener Seeigel, Nautiliden und Haifischzähne.

DSC01692   DSC01688Kandelaber-Koralle (Dendrophyllia candelabrum), rechts ein Krebspanzer von Dromiopsis rugosa im Korallenkalk (Breite des Panzers: 2cm).

DSC01685Ästige und blattförmige, inkrustierende Bryozoen (Moostierchen) auf Feuerstein.

Bryozoen detailDetail des oberen Handstücks. Es sind heute ca. 5000 rezente und 16 000 fossile Arten von Moostierchen bekannt, ich habe mir nicht die Mühe gemacht, diese kleinen Bruchstücke paläontologisch weiter zu differenzieren.

 

Stevns Klint

DSC_1027 copyWilde Steilküste an Stevns Klint bei Højerup. Hier ist die Kreide-Tertiär-Grenze aufgeschlossen, die eines der großen globalen Massensterben der Arten (u.a. auch der Dinosaurier) in der Erdgeschichte dokumentiert. Ursache oder zumindest Anstoß dafür war ein verheerender Meteoriteneinschlag (Chicxulub-Krater im Golf von Mexico), der weltweit durch Iridium- und Chrom-Anomalie in den Sedimenten belegt ist. In der Folge dieses Impakts kam es zu evolutionären Umwälzungen, die einen geologisch Zeitraum von etwa 1 Million Jahre einnehmen, in dessen Folge auch die (kreidebildenden) Coccolithen ausstarben.

DSC_1003Die Formation des Maastricht (Kreide) mit benthos-reichem Kalk und Feuersteinlagen unterlagert eine 5-10 cm dicke Schicht des fossilreichen „Fischtons“, darüber folgen die Kalksteine des Dan (Tertiär, Typlokalität). Die iridiumhaltige Schicht liegt jedoch noch im Maastricht, 50 cm unterhalb des Fischtons, dies ist die eigentliche KT-Grenze. Die sedimentbildenden Coccolithen sind natürlich nicht sofort ausgestorben, aber durch die Abkühlung der Meere ging ihre Zeit zu Ende.

DSC_1007 copyDer amerikanische Geologe Walter Alvarez konnte 1978 nach einem Besuch von Stevns Klint Reste des Meteoriten in der Grenzschicht nachweisen, eine wichtige Entdeckung zur Erklärung des Massenaussterbens an der KT-Grenze.