Geologische Streifzüge auf La Gomera

Untermeerischer Vulkanismus (Intraplattenvulkanismus) führte zur Bildung der Kanarenschwelle, aus der die Insel La Gomera in Form eines flachen Schildes herausragt. Die absolute Höhe vom Meeresgrund beträgt etwa 5500m, La Gomera erhebt sich bis 1487 m über den Meeresspiegel. Das Alter der Insel liegt zwischen 9 und 19 Ma, und ist damit wesentlich älter als die benachbarte Insel El Hierro (1 Ma). Spuren jüngerer Vulkanausbrüche gibt es im Gegensatz zu Teneriffa, La Palma, El Hierro und Lanzarote auf Gomera nicht, der letzte Ausbruch fand vor etwa 2 Ma statt.

Bild0248Terrassenartige Verwitterung von Basalten, im Hintergrung der Tafelberg La Fortaleza.

Bild0266Diskordanz zwischen jüngeren, sog. Horizontalen Basalten (ca. 5 mya) und alten, schräg gestellten Basalten (Altbasaltische Serie, ca. 10 mya) im Valle Gran Rey. Intensive Erosion über Jahrmillionen ließ dieses Tal (Valle Gran Rey) entstehen.

Bild0263Leicht zum Meer hin abfallende Hochebene über dem Valle Gran Rey, die den schildartigen Charakter der Insel andeutet.

Bild0270Blick über die Hochebene nach N zur La Merica (857 m)

DSC_0531La Fortaleza (1243m), Blick von Osten vom Mirador del Igualero. Mächtige horizontale Basalte über dem Barranco de Erque, gekrönt von der Phonolith-Kuppel der Fortaleza. La Fortaleza ist eine Quellkuppe (Kryptodom), eine Intrusion saurer Magmen, die nicht bis an die Oberfläche drang und im Laufe der Jahrmillionen aufgrung höherer Verwitterungs- resistenz gegenüber dem umgebenen Gestein herauspräpariert wurde.

IMGP0847 Blick von der Fortaleza Richtung Süden. Sehr schön ist hier der Einschnitt von Kerbtälern (barrancos) zu sehen, die sich im weiteren Verlauf tiefer einschneiden und schließlich in Muldentäler (valles) münden. Diese Täler verlaufen radial vom Zentrum der Insel zum Meer.

DSC_0796Barranco de Araga auf dem Wege nach La Matanza. Eingeschränkte Fernsicht durch Calima- Wetterlage (Ostwind aus der Sahara mit Staubpartikelfracht).

DSC_0784Im Barranco de Araga

DSC_0787Im Barranco de Araga

Bild2037Roque de Agando (1250 m), ein Vulkanschlot aus Trachyt-Phonolith, der seine Umgebung um 100m überragt. Auch dieser Schlot ist durch Subvulkanismus entstanden und später durch Erosion herauspräpariert worden.

DSC_0310Roque El Cano im Tal von Vallehermoso. Dieses Tal war vormals eine Caldera, die im Laufe der Zeitdurch das Tal erodiert und überprägt wurde.

Empfehlenswert ist die La Merica-Wanderung, von Arure über den Gipfel der La Merica und Riscos de La Merica führt ein Höhenweg mit anschließedem Abstieg nach La Calera.

DSC_0586Gefritteter roterTuff, im Hangenden subrezente Basalte, im Liegenden Lapilituff.

DSC_0600Im Zuge der Abkühlung und Erstarrung durch Hangfliessen entstandene Deformation der Basaltsäulen.

DSC_0616Vertikaler Basaltgang im Lapilituff, der sich radial zu einem ehemaligen Vulkanschlot erstreckt.

DSC_0714Basaltsäulen (jüngste und Horizontale Basalte), Abstieg nach La Calera

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DSC_0416Diskordante, schräg geschichtete rote Tuffe unter horizontalen Basalten; Straße ins Valle Gran Rey.

Bild1943Ansicht Riscos de La Merica von SE. Auch hier ist die Diskordanz zwischen älteren, schräg geschichteten und jüngeren, horizontalen Basalten deutlich zu erkennen.

Cumbre de Chiguere

DSC_0298Eine „Mondlandschaft“ aus bunten Tuffen und kuriosen Formen befindet sich an der Cumbre de Chiguere.

DSC_0289Vermutlich fiel die heiße Bombe in weiche Tufflagen, die um den Stein herum einen Schmelzhof bilden bzw. fester verbacken wurden. Die gerundete Form weist darauf hin, daß die Bombe beim Aufprall schmelzflüssig war.

DSC_0270Der Schmelzhof ist durch Erosion teilweise abgetragen.

DSC_0291Differenzierte feine Aschentuffe, die zellenartige Struktur ist möglicherweise durch Trockenrisse im braunen Tuffentstanden, in die der weiße Tuff eindrang?

DSC_0296Bombe, schalig erodiert

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Bodenbildung: nicht zuletzt das feuchte Passatklima unter subtropischen klimatischen Bedingungen sorgt für eine Verwitterung der Gesteine, die sich in einer mitunter leuchtend roten Färbung der Böden durch Eisen(III)oxid zeigt. Das Silicat wird aus den Steinen herausgelöst, übrig bleiben die schwerlöslichen Oxide, u.a. auch Aluminiumoxid Al2O3, in Anreicherungslagerstätten in den Tropen auch als Bauxit bekannt.

DSC_0360Basaltsäulen im Bereich des Basalkomplexes, überlagert von brekziösem Material (polygene Brekzien) am alten Bananenhafen von Hermigua. Zeolithfundstelle!

zeolith1 Thomsonit (?) von Hermigua

zeolith3Natrolithdruse, Breite ca 1 cm

DSC_0331An der Playa de Vallehermoso: zahlreiche Gänge (Gangschwarm) durchdringen Gesteine des Basalkomplexes.

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Bild1962Lagerungs- und Fließstrukturen im feinen Aschentuff an der Straße nach Alojera nahe Epina. Eisen(III)hydroxid bewirkt die braune Färbung. Schlottuff?

DSC_0248Durchkreuzte Gänge, weißer Aschentuff

DSC_0255Bombe im Tuff. Durchmesser der Bombe ca. 10 cm.

Auf dem Wege von Vueltas zur Finca Argayall: verschiedenfarbige Aschen- und Lapilituffe in geschichteter Lagerung.

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DSC_0521Links schalige, scherbige Ablagerung infolge Abkühlung und tektonischer Einspannung, rechts verfestigter Tuff, überlagert von feinen Aschenbahnen. Nahe der Straßenabzweigung nach Erque, Augitfundstelle.

DSC_0524Im gelbbraunen Tuff lassen sich einzelne Augitkristalle bis zu einer Größe von 2 cm finden.

DSC_0525Wurfschlacke?

Bild1859Bombe mit Lapilikonglomerat am Playa del Ingles.

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