Archiv für den Monat: September 2015

SW-Schweden 3: Varberg und Ullared

Charnockit von Varberg

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Blick in einen alten Charnockit-Steinbruch zwischen Varberg und Apelviken. Das Charnockitvorkommen von Varberg stellt das größte seiner Art in Europa dar, neben einigen kleineren weiteren in SW-Schweden (z.B. Charnockit von Björnamossa). Während bei felsischen Gesteinen wie z.B. Graniten oder leukokrate Orthogneise auch hochgradige Metamorphose keinen durchgreifenden Umbau des Mineralbestandes bewirkt, sondern in Gegenwart von Fluiden (Teil-)Aufschmelzung/Migmatisierung bewirkt, sind Charnockite das Ergebnis (verhältnismäßig) trockener Hochtemperatur-Metamorphose (Granulitfazies) von felsischen Edukten (Biotit-Granite, Orthogneise). Entscheidend ist nach Möller et al. (1996) das Auftreten von Pyroxenen (Orthopyroxen nach Vinx 2013), die makroskopisch aber nicht feststellbar sind. Im Varberg-Charnockit ist letzterer zudem teilweise retrograd in Hornblende umgewandelt. Weiterlesen

Exkursion SW-Schweden 1: Kullaberg

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Blick auf einen Küstenabschnitt der Kullaberg-Halbinsel bei Kullens Fyr.

Eine geologische Exkursion führte mich im Sommer 2015 ins Grundgebirge SW-Schwedens und nach Småland. Natürlich ging es hierbei nicht nur um das Aufsammeln von Leitgeschieben, sondern vor allem um einen Einblick in die geologischen Zusammenhänge vor Ort. Die Verhältnisse stellen sich komplizierter dar, als man es von der bloßen Auseinandersetzung mit „Leitgeschieben“ erwarten könnte, siehe z.B. die zahlreichen Ausprägungen und Übergänge des „Flammenpegmatits“ bzw. deformierten Pegmatits weiter unten. Als Resumee einer ersten geologischen Schwedenreise lassen sich zwei Punkte deutlich herausstellen: 1. ich habe viel zu viele Proben mit nach Hause genommen 2. die Zeit reichte meist nicht aus für umfassendere Einblicke in die jeweils regionale Geologie. In diesem ersten Teil nun folgt eine kurze und allgemeine Einführung in die Geologie des Südwestschwedischen Granulitgebietes. Wem das zu sehr ins geologisch „Eingemachte“ geht, kann gleich weiter herunter scollen zur Überschrift „Kullaberg“. Der Transskandinavische Magmatitgürtels (TIB) folgt in Teil 4. Die Berichte sind wie folgt gegliedert:

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