Archiv für den Monat: März 2014

Im Thüringer Becken

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Muschelkalkhänge im Saaletal. Die Rudelsburg thront etwa 80 m höher über einem Prallhang der Saale. Hier am Ostrand des Thüringer Beckens hat sich die Saale im Pleistozän tief in Buntsandstein- und Muschelkalkschichten eingeschnitten.

Die Trias des Thüringer Beckens wird anhand einiger Bilder vorgestellt. Das Gebiet um die Drei Gleichen mit der Lokalität Haarhausen und der Große Seeberg bei Gotha werden in einem separaten Artikel behandelt.  Weiterlesen

Thüringer Becken: Drei Gleichen – Haarhausen

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Blick von der Mühlburg nach NE über die Schloßleite und die vermoorte Senke der Wachsenburgmulde zur Wachsenburg. Das Gebiet der landschaftlich reizvollen Drei Gleichen SE von Gotha befindet sich im Übergangsbereich zwischen Keuper-Hügelland und Muschelkalkhöhen. Die Wachsenburgmulde ist eine Einsenkung an einer saxonischen Hauptstörungslinie, dessen vor der Erosion geschützte Schichten heute mit den Zeugenbergen der Drei Gleichen als Reliefumkehr vorliegen.  Weiterlesen

Thüringer Becken: Großer Seeberg

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Die einzige, in Thüringen gesicherte Trias/Jura-Grenze ist im Kammerbruch am Großen Seeberg SE von Gotha aufgeschlossen: Oberer Keuper (Rhät oder Rät, 208-201 Ma) mit mächtig gebanktem Sandstein wird im Hangenden von Tonstein-Schichten des Oberen Rät begleitet, die kurz unter der Grasnarbe unmerklich in die braunen Schichten des unteren Jura (Lias) übergehen. Diese Schichtfolge ist der obere Teil des Standardprofils der Seeberg-Formation (synonym zur Exter-Formation). Weiterlesen

Saalfeld: Feengrotten und Bohlen

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„Märchendom“ in den Saalfelder Feengrotten. Die farbigen Tropfsteine sind im Gegensatz zu Tropfsteinen aus Kalkkarst in vergleichsweise kurzer Zeit (ca. 300 Jahre) aus zirkulierenden Grubenwässern entstanden. Auf der Suche nach Erz fanden 1530 erste bergbauliche Aktivitäten im Bereich Garnsdorf statt. 1544-1850 wurde Alaunschiefer abgebaut und Alaun (KAl(SO4)2·12 H2O) für die Ledergerberei sowie grünes und untergeordnet blaues Vitriol (weitgehend Eisen- bzw. Kupfersulfat) gesiedet. 1914 erfolgte die Eröffnung der Grube „Jeremias Glück“ als Schaubergwerk. Die Farbvielfalt der Grubensinter, die Tropfsteinformen, aber auch die Eignung als Heilstollen ließen die Saalfelder Feengrotten schnell zu einer touristischen Attraktion werden.   Weiterlesen

Im Erzgebirge

Die Geologie des Erzgebirges ist vielfältig und gut erforscht. Nur einige ausgewählte Lokalitäten werden hier nach einigen allgemeinen Bemerkungen vorgestellt: die tertiären Basaltberge Pöhlberg und Scheibenberg, Glimmerschiefer vom Großen Hemmberg bei Crottendorf, die Binge bei Geyer und zwei Schurfe der Wismut SDAG auf Skarnerz bei Pöhla und Antonsthal.

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Die älteste Verebnungsfläche des Erzgebirges zeigt sich nach seiner Heraushebung als Pultscholle im Tertiär in Basaltergüssen, die alten Flußläufen folgen und heute als markante Tafel- bzw. Zeugenberge zu sehen sind. Es handelt sich hierbei um eine Reliefumkehr. Einst befand sich ein Tal auf dem Niveau der heutigen Basaltberge. Durch Erosion wurden die umliegenden Gesteine schneller abgetragen, der verwitterungsbeständige Basalterguß jedoch verhinderte eine Abtragung unterliegender Schichten. Blick vom Pöhlberg (832 m) bei Annaberg-Buchholz zum Bärenstein (898 m). Die ursprünglich bis 60 m mächtigen Basalte liegen auf Kiesen und Sanden ehemaliger Flußtäler, die wiederum von kristallinen Schiefern unterlagert sind.  Weiterlesen

Brandenburg: Rüdersdorfer Muschelkalkfenster

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Das Muschelkalkvorkommen von Rüdersdorf stellt eine Besonderheit in Brandenburg dar, da Gesteine des Mesozoikums, die in Norddeutschland von mächtigen Schichten des Quartär und Tertiär verhüllt sind, als Hochlage in einem etwa 4 km² großen Muschelkalkfenster an der Erdoberfläche auftreten. Grund hierfür ist das Aufsteigen eines Salzdiapirs (Zechstein), der die überliegenden, gewöhnlich in 1500-2000 m Tiefe befindlichen Schichten des Mesozoikums heraushob und leicht kippte. Dieses durch Halokinese geprägte Vorkommen ist neben dem Gipsvorkommen in Sperenberg in Brandenburg einzigartig, auch ist dies der einzige Aufschluß, in dem sich die Ostelbische Fazies des Muschelkalk an der Erdoberfläche studieren läßt.   Weiterlesen