Archiv für den Monat: Dezember 2013

Geologische Streifzüge im Harz – Einführung

elbingerodeIm Mittelharz: Blick auf das Granitmassiv des Brockens und des Wurmbergs auf der B 27 bei Elbingerode Richtung Braunlage.

Der Harz als geologisch vielfältiges Mittelgebirge ist ein Teilstück des Variszischen Gebirges, welches vor 300 Millionen Jahren (Oberkarbon) große Teile Mitteleuropas umfasste (Thüringer Wald, Frankenwald, Rheinisches Schiefergebirge, Flechtinger Höhenzug etc., bis Südirland bzw. Südportugal verfolgbar). Damals wurden Sedimentgesteine aus dem Devon und Unterkarbon in der rhenoherzynische Zone der Varisziden gefaltet und leicht metamorphisiert (asturische Phase, 295 mya).

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Harz: Brockenpluton

Auf dem Achtermann (Brockenpluton-Kontaktzone)

DSC_1943Aufstieg zur Achtermannshöhe: die letzten Höhenmeter vor dem Gipfel (926m N.N.). Der Achtermann gehört zum Granitmassiv des Brockens. Seine Kuppe ist mit Hornfels bedeckt, einem zähen, verwitterungsresistentem Gestein in der Kontaktzone des Plutons. Dieser Metamorphit hat den unterlagernden Granit lange Zeiträume vor Abtragung geschützt.

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Harz: Teufelsmauer und Aufrichtungszone

Stippvisite in der nördlichen Aufrichtungszone des Harzes. Von den zahlreichen im Harzvorland vorhandenen Aufschlüssen eines Teils der „Klassischen Quadratmeile der Geologie“ (preußische Meile, ca. 7,5 km) werden hier die Teufelsmauer, der Sudmerberg und der Klusfelsen beschrieben.

Die mesozoischen Schichten ab dem Buntsandstein bis zur Oberkreide lagerten sich über dem weitgehend eingeebneten Urharz ab. Mehrfache Vorstöße des Kreidemeeres (im Barremium, Coniac und Santon) und große Flußsysteme trugen auch diese Schichten wieder ab, z.B. durch Brandungserosion, Transport durch Flüsse, und sammelten sie in Becken im Harzvorland ab.

Ab der Oberkreide begann der Harz im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung wieder aufzusteigen (saxonische Orogenese). Die ursprünglich waagerecht gelagerten mesozoischen Schichten bis zum Mittel-Santon im unmittelbaren Harzvorland (Aufrichtungszone) wurden durch die Hebungs- und Aufschiebungsprozesse des Harzes an der Hauptstörung der Harznordrandverwerfung aufgerichtet, steilgestellt und sogar überkippt (Mittel-Santon bis Unter-Campan, ca. 83 mya). Im Subherzyn des nördlichen Harzvorlandes entstanden durch Halokinese (Salztektonik) die Höhenzüge z.B. des Harly, Huy oder des Quedlinburger Sattels.

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Ilfeld/ Südlicher Harzrand

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Die Lange Wand bei Ilfeld markiert die Grenze zwischen Rotliegend und Zechstein, den beiden im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen lithostratigrafischen Unterteilungen des Perm (Dyas). Ein Unterschied, wie er nicht deutlicher sein könnte: roter, bröseliger Ilfelder Porphyrit (270-280 mya) mit klarer Grenze zu überlagernden Kalksteinen des Zechstein.

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Devon und Karbon im Oberharz

Im Okertal (Oberharzer Devonsattel)

Der gefaltete, paläozoische Teil des Harzes besteht zum großen Teil aus Gesteinen des Devons und Unter-Karbons. Die ältesten Gesteine, abgesehen von den metamorphen Gesteinen aus dem Ordovizium bei Wippra, sind Silurkalke mit Graptolithen aus der Nähe von Bad Lauterberg. Devonische Gesteine sind grüne, rote, graue und schwarze Tonschiefer, Sandsteine, Kalksandsteine, Grauwacken und Kieselschiefer. Im Okertal, speziell am Romkerhaller Wasserfall, lassen sich diese Schichten gut beobachten. Am Iberg und im Bereich Elbingerode stehen darüber hinaus devonische Riffbildungen an. Im Devon gab es untermeerischen Diabasvulkanismus, der an verschiedenen Stellen im Harz entlang der variszischen Streichrichtung zutage tritt.

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Kalksteinbruch Langenberg/Oker

DSC_1710Auf der 1.Sohle des stillgelegten Kalksteinbruchs der Rohstoffbetriebe Oker am Langenberg bei Göttingerode, einem der bekanntesten Aufschlüsse des nördlichen Harzvorlandes. Die Schichten des Oberjura in der Aufrichtungszone des Harzes fallen in überkippter Lagerung nach Süden ein. Ober-Jura (Malm) tritt in einem etwa 200m breiten Profil hervor und ist in das Kimmeridgium (ca. 157,3 bis 152,1 mya) einzuordnen.  Weiterlesen

Brandenburg: Bad Freienwalde

Ein lohnendes Ziel für geologische Betrachtungen in Brandenburg ist die Gegend um Bad Freienwalde, nicht zuletzt aufgrund ihres landschaftlichen Reizes. Der Hohe Barnim, eine durch mehrere Eiszeiten geformte Hochfläche glazialer Sedimente, bricht hier mit Höhenlagen von bis zu 150m über N.N. direkt zum Oderbruch (ca. 20m über N.N.) ab. Im Gebiet von Bad Freienwalde sind Schollen aus dem Tertiär, die gewöhnlich in einer Tiefe von 100-200m liegen, in die glazialen Ablagerungen hochgepresst worden. In zwei ehemaligen Tongruben im Hammerthal lassen sich diese Schichten beobachten.

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Kalksteinbruch in Faxe (Dänemark)

1Die Kalkgrube Faxe, etwa 20 km südlich von Køge, ist der größte Steinbruch Dänemarks, und, was einen Besucher aus Deutschland überrascht, für jedermann zugänglich. Es gibt einen beschilderten Rundweg durch einen nicht genutzten Teil des Steinbruchs, auf dem man die KT-Grenze besichtigen oder im Faxe-Kalk und im Flint nach Fossilien suchen kann. Empfehlenswert ist der Besuch des Geomuseum Faxe direkt am Kalkbruchrand. Weiterlesen