Kategorie-Archiv: Geschiebe

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Diabase, Dolerite, Gabbros

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Anorthosit aus Steinitz/Welzow-Süd, Besprechung s.u. – In die Gruppe Diabase, Dolerite, Gabbros einer petrographischen Grobeinteilung der Großgeschiebe fallen die dunklen, SiO2-armen, nicht durchgreifend metamorphisierten Plagioklas-Pyroxen-Gesteine. Effusive und hypabyssale Bildungen sind Basalte bzw. Diabase (im Sinne vergrünter Basalte des deutschen Sprachgebrauchs) und basaltähnliche Gesteine wie Andesite. Ganggesteine sind v.a. als Dolerite und Tiefengesteinsäquivalente (Plutonite) als Gabbros und Diorite ansprechbar. Mit diesen Begriffen lassen sich eine Reihe von dunklen Gesteinen bestimmen, die keinen sichtbaren Quarz aufweisen. Im Einzelfall ist es manchmal schwierig, den genauen Mineralbestand zu ermitteln, z.B. bei feinkörnigen Gesteinen. Aber auch bei der Unterscheidung von Gabbro und Diorit über den Anorthitgehalt des Plagioklas stößt man schnell an die Grenze der Bestimmbarkeit mit makroskopischen Mitteln. Somit sind die meisten Bezeichnungen vorläufige Geländeansprachen unter Berücksichtigung des Gefüges, weniger des exakten Mineralbestandes zu sehen. Ein Großteil der Gesteine dieser Gruppe besteht aus Plagioklas und Pyroxen mit wechselnden Anteilen weiterer Minerale wie Amphibol, Olivin oder Magnetit.    Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Rapakiwis Teil 2

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Von einigen Rapakiwigesteinen konnten im Tagebau Cottbus-Nord Handstücke geschlagen werden (s.a. Rapakiwis Teil 1). Dieser Bereich befindet sich gerade in der Rekultivierungsphase. Der gesamte Tagebau wird geflutet, und es ist zu erwarten, daß die Gesteine in Zukunft nicht mehr zugänglich sind. Bei der Befahrung fiel eine gewisse Anzahl, etwa 20 Blöcke, an grobkörnigen, porphyrischen Rapakiwis auf, von denen einige ziemlich sicher nach Kökar gehören. Bei anderen könnte dies aufgrund ähnlicher petrographischer Eigenschaften der Fall sein. Typische Åland-Gesteine traten ebenfalls auf, in etwa gleicher Menge. Dies ist zwar nur ein subjektiver Eindruck von begrenzter Aussagekraft, offenbart aber eine eigenwillig zusammengestellte Geschiebegemeinschaft.    Weiterlesen

Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Einleitung

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Gneisgranit, vermutlich svekofennischer Herkunft (kein Revsund-Granit), mit deformierter Aplitader am Nordrand des 2015 stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord, Breite etwa 3 Meter. Fünftgrößter geborgener Findling im Niederlausitzer Braunkohlerevier.

Fährt man durch das Niederlausitzer Bergbaurevier, fallen die zahlreichen großen Steine an den Tagebaurändern auf. Die Bergbautätigkeit auf Braunkohle bringt unzählige Gesteinsblöcke aus glazialen Ablagerungen ans Tageslicht. Während der drei großen Vereisungszyklen vergangener Kaltzeiten, v.a. während der Saale- und Elster-Vereisung, transportierte das Inlandeis Gesteine aus dem Norden in dieses Gebiet, sog. Geschiebe. Die Steine sind ein Abbild längst abgetragener Gebirge des Baltischen Schildes mit hohen Altern, hauptsächlich entstanden in einem Zeitraum vor etwa 1 bis knapp 2 Milliarden Jahren (1-2 Ga). Die Geschiebekunde beschäftigt sich u.a. mit der petrographischen Bestimmung dieser Gesteine aus dem fennoskandischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen und geologischen Herkunft.

In der vorliegenden Artikelserie werden Geschiebe sowohl hinsichtlich der Petrographie als auch der Bestimmung eines mehr oder minder exakt zu benennenden Heimatgebietes besprochen. Dabei geht es vornehmlich um die großen, immobilen Steine ab etwa 30 cm Durchmesser, die in keine Sammlung passen und daher fast ausschließlich fotografisch erfasst wurden. Die Bewahrung aller interessanter Steine im Zuge ständiger Veränderungen der Landschaft durch den Bergbau, z.B. in Findlingsgärten, ist keineswegs sichergestellt. Daher ist die Dokumentation der häufig fast bergfrisch erhaltenen Großgeschiebe eine Möglichkeit einer dauerhaften Anschauung dieses einzigartigen geschiebekundlichen Studienmaterials. Hier geht es hauptsächlich um die Gesteine des kristallinen Grundgebirges. Sedimentgesteine ab Kambrium werden eher grob nach Petrographie, weniger unter dem Aspekt ihres Fossilinhalts behandelt, wenngleich ihre stratigraphische Stellung durch letzteren bestimmt wird. Die Fotodatei besitzt im Moment einen Umfang von ca. 1500 Bilder von ca. 550 Objekten (Stand Mai 2017), ergänzt durch wenige Handstücke und einzelne aufgelesene kleinere Geschiebe. Die Dokumentation wird nach Möglichkeit ergänzt und erweitert.

  1. Diabase, Dolerite, Gabbros.
  2. Porphyre und Vulkanite; quarzporphyrischen Rapakiwis.
  3. Granitoide, Teil 1 (TIB-Granite, südschwedische Granite).
  4. Granitoide, Teil 2 (mittel- und nordschwedische Granite).
  5. Gesteine aus Rapakiwiplutonen, Teil 1: Rapakiwis allgemein, Rapakiwigesteine von Åland; Teil 2: weitere Rapakiwivorkommen, finnisches Festland.
  6. Metamorphite
  7. Brekzien und Konglomerate; Xenolithe. Pegmatite und Aplite.
  8. Sedimentite

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Großgeschiebe aus der Niederlausitz – Metamorphite

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Größtes Geschiebe von etwa 2,50 m Höhe auf der Findlingshalde in Steinitz, ein migmatitischer Gneis (Nr. 096) mit grobkörnigen pegmatitischen Partien (Leukosom) und grauen, foliierten Gneispartien (Paläosom/Melanosom). Das Objekt ist mittlerweile verschwunden.    Weiterlesen

KFH 5: Weitere Gesteine

Sphärolith-Porphyr

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Sphärolith-Porphyr, angefeuchtete Außenseite. In einer weißen, feinkörnigen (mikrographischen?) Grundmasse liegen zahlreiche runde, dunkelgraue Aggregate bzw. Flecken mit radialstrahligem Aufbau (Sphärolithe) und undeutlicher randlicher Begrenzung. Teilweise ist ein heller Kern in den Sphärolithen erkennbar.   Weiterlesen

KFH 4: Porphyre Teil 2

Porphyre aus dem Ostseeraum

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Brauner Ostsee-Quarzporphyr tritt in der KFH reichlich auf, hier ein kleineres Exemplar mit typisch „zerlegten“ Feldspateinsprenglingen (magmatische Korrosion), löchriger Oberfläche durch herausgewitterte Mafite und kleinen grauen Quarzeinsprenglingen in einer rötlich-braunen Grundmasse.   Weiterlesen

KFH 3: Ignimbrite und Porphyre aus Dalarna

Ignimbrite und Porphyre aus Dalarna

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Polierte Schnittfläche eines Älvdalen-Ignimbrits mit feiner heller Fiamme und dickeren roten Schlieren. Vom Erscheinungsbild könnte man diesen Älvdalen-Porphyr zum Typ „Rännås“ rechnen (nach Zandstra 1988). Die Zuordnung zu einzelnen Typen, wie sie bei Zandstra vorgenommen wird, ist insofern problematisch, als daß gleiche Typen an unterschiedlichen Lokalitäten vorkommen können, nach einem Bericht von M. Bräunlich sogar im gleichen Steinbruch. Die Bezeichnungen sind z.T. alte Handelsmarken, die weniger nach petrographischen Gesichtspunkten gesetzt wurden. Smed (2002) weist darauf hin, daß Dala-Ignimbrite mitunter unmöglich von Ignimbriten aus dem Oslograben zu unterscheiden sind. Er differenziert 5 Typen von Dala-Ignimbriten (Blyberg, Orrlok, Klittberg, Rännås, Såvald-Dysberg).   Weiterlesen

Kristalline Geschiebe aus der KFH bei Potsdam

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Die jahrzehntelange Sammeltätigkeit von Georg Engelhardt aus Potsdam, die den sedimentären und kristallinen Geschieben aus Aufschlüssen des Saarmunder Endmoränenlobus gilt, brachte eine Vielzahl von Funden ans Tageslicht. Wichtigster Aufschluß in diesem Gebiet ist die Kiesgrube Fresdorfer Heide (KFH) mit Geschiebemergeln und Schmelzwassersanden, die als weichselkaltzeitliche Satzendmoräne mit gestauchtem saalekaltzeitlichem Sockel vorliegen (s. Literatur; Schroeder 1997, S. 95f). Dementsprechend tritt in diesem Gebiet auch eine Vielfalt an kristallinen Geschieben aus verschiedenen skandinavischen Herkunftsgebieten zutage, vom Oslograben bis SW-Finnland. Das Bild zeigt einen Blick in den Geschiebegarten auf dem Großen Ravensberg bei Potsdam.   Weiterlesen

KFH 2: Diabase, Dolerite, Gabbros

Basalte, Diabase, Dolerite, Gabbros

Zur einfachen begrifflichen Unterscheidung: Basalte sind feinkörnige dunkle magmatische Gesteine, i.W. bestehend aus Klinopyroxen und Plagioklas. Dolerite sind die entsprechenden Ganggesteine („Mikrogabbros“) mit ophitischem oder intergranularem Gefüge, 1-3 mm Körngröße. Gabbros sind die plutonischen Äquivalente der Basalte. Alterierte, im Proterozoikum bis Paläozoikum entstandene Basalte heißen Diabase, bei größeren Plagioklaseinsprenglingen ist der Begriff Diabas-Porphyrit verbreitet. Im Skandinavischen hingegen steht der Begriff Diabas auch für basaltische Gesteine mit eingesprengten Kristallen und/oder doleritischem Gefüge (daher Åsby-Diabas als in der Geschiebekunde gebräuchlicher Begriff, obgleich Åsby-Dolerit nomenklatorisch zutreffend wäre). Unter den genannten Gesteinen, die im Geschiebe häufig auftreten, gibt es eine kleine Anzahl an Leitgeschieben, beim weitaus größeren Teil ist eine Herkunftsbestimmung nicht möglich.

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Öje-Diabasporphyrit, Breite 40 cm, Oberfläche feucht. Dicht an dicht liegen die Plagioklaseinsprenglinge mit der charakteristischen Zeichnung der auf den Spaltflächen ausgeschiedenen grünen und roten Alterationsprodukte in einer körnigen grünschwarzen Grundmasse.

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Detail BB ca. 14 cm. Die zum Teil bis zu 100 m mächtigen Schichten des in den Jotnischen Sandstein eingedrungenen Öje-Diabas hatten mitunter genug Zeit, solch große Kristalle zu bilden, bevor sie erstarrten. Das Alter dieser Gesteine liegt bei 1,2-1,3 Ga (postjotnisch, mittleres Proterozoikum).

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Ein weiterer Öje-Diabas als Handstück. Im großen Einsprengling in der Bildmitte ist die Ausscheidung grüner Alterationsprodukte parallel zu den Spaltrichtungen der Plagioklaskristalle gut zu erkennen. Einzelne schwarze Körner in der Grundmasse müßten Augit (Klinopyroxen) sein.

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Blick auf die Schnittfläche: violettgraue Grundmasse mit einigen roten Schlieren. Grüne Plagioklas, ein einzelner schwarzer Ring eines dunklen Minerals (Hornblende?) um einen Pyroxeneinsprengling. Für die Bildung von Amphibol aus Pyroxen wären mindestens Metamorphosebedingungen im Übergangsbereich von der Grünschiefer- zur Amphibolitfazies nötig, ab etwa 400°C.

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Öje-Diabasporphyrit mit rotbrauner Grundmasse.

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Öje-Diabas-Mandelstein. Die Schnittfläche zeigt eine rot- bis violettbraune Grundmasse, die durch Ausscheidung von Hämatit infolge hydrothermaler Alterationseinwirkung gefärbt ist, ebenso wie die Grünfärbung der Plagioklas-Einsprenglinge durch Ausscheidung von Mineralen wie Chlorit und Epidot.

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Detail eines grünen Plagioklaseinsprenglings. Die Ränder des Kristalls weisen Korrosionserscheinungen auf, sie wirken randlich angelöst. Entlang von Spaltflächen der grünen, korrodierten Plagioklaskristalle auch hier wieder: Einschlüsse feinkörniger rotbrauner Grundmasse entlang von Spaltflächen.

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Die Mandelbildung (weiße, ausgefüllte Hohlräume) ist auf oberflächennahe Einwirkung von zirkulierenden, möglicherweise überkritischen Wässern zurückzuführen, die gelöste Minerale in Hohlräumen ausscheiden. Säuretest der weißen Mandeln negativ, damit eher: Quarz, Chalcedon oder Zeolithe.

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BB 15 cm. Die Einstufung von Nr. 6 und 7 als Kinne-Diabas (Westschweden) ist insofern problematisch, als daß beide Stücke nicht ganz die charakteristische, regelhafte Verwitterungstextur zeigen. Nach einem Hinweis von Frau H. Wilske bleibt zu überprüfen, ob es sich aufgrund dieser etwas unregelmäßigen Verwitterungserscheinung nicht doch um einen (feinkörnigen) Särna-Diabas handelt. Särna-Diabas ist postjotnischen Alters und stammt aus dem westlichen Dalarna, Kinne-Diabas hingegen bildet im Zuge der vulkanischen Vorgänge im Oslograben im Perm entstandene Deckenergüsse und Gänge in kambrosilurischen Schichten in SW-Schweden.

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Vermutlich ein Särna-Diabas, denkbar ist auch ein grober Kinne-Diabas. Beide weisen eine ophitische Textur auf, wobei jene des Särna-Diabas gröber erscheint. Charakteristisches Merkmal ist die Verwitterung, wobei die Augitnester hier größer und unregelmäßiger erscheinen als beim Kinne-Diabas. Eine Unterscheidung gestaltet sich schwierig und kann aufgrund von Einzelfunden dieser Diabastypen in der KFH nicht sicher vorgenommen werden. Jedenfalls sind bisher keine sicher als Kinne- oder Särna-Diabas identifizierte Geschiebe gefunden worden.

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Der große Findling am Eingang zur Waldschule am Ravensberg ist ein Mischgestein, vermutlich ein Gerölldiabas. Zahlreiche Nebengesteinsfragmente sind beim Aufstieg einer basaltischen Schmelze aufgenommen und durch Hitze gerundet worden. Ein besonders großes Fragment eines leukokraten Xenoliths ist von mafischen Adern durchdrungen. Rostflecken stammen aus der Verwitterung enthaltener Eisenminerale und bilden einen Reaktionssaum an mitgerissenen Geröllen. Breite des Blocks knapp 30 cm.

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BB 22 cm. Eine Einregelung der dunklen Bestandteile der Grundmasse durch magmatische Fließbewegungen (oder metamorphe Überprägung?) ist zu erkennen. Verstreut finden sich einzelne größere Feldspat-Einsprenglinge. Der große weiße Xenolith besteht weitgehend aus Feldspat und Quarz.

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Detail der Grundmasse, BB 7 cm. Erkennbar sind kleine Plagioklasleisten mit einer Vorzugsrichtung. Daneben finden sich wenig größere, undeutlich entwickelte Feldspat-Einsprenglinge, die auch aus Nebengestein stammen könnten. Ausgelängte schwarze Bereiche könnten pyroxen- bzw. mafithaltigere Partien sein, sie sind nicht monomineralisch. Auf einer kleinen Spaltfläche dieses Gesteins sind mit der Lupe unterscheidbare Körner von transparentem Plagioklas und Pyroxen zu erkennen. Letzterer konnte von Hornblende bzw. Amphibol nicht sicher unterschieden werden (Fehlen von Spaltflächen, glasartiger, recht lebhafter Glanz). Möglicherweise sind auch beide Minerale zugegen oder die Pyroxe sind randlich in Hornblende umgewandelt.

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Verwitterungsseite eines weiteren Gerölldiabas. Es handelt sich um eine Assimilation von Sandstein in einem basaltoidem Gestein. Die groben, länglichen und nur leicht abgerundeten Sandsteinklasten sind verwitterungsbeständiger als die basaltische Zwischenmasse und treten daher auf der Oberfläche reliefartig hervor.

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Polierte Schnittfläche. Braune, leicht gerundete Bruchstücke eines gut sortierten Sandsteins in einer dunkelgrauen, basaltartigen Masse, die wesentlich feinkörniger ist. Auffällig sind die schwarzen Reaktionsränder um die Epiklasten, die auf thermische Beeinflussung schließen lassen. Die schwarze Zwischenmasse ist leicht magnetisch, der Sandstein nicht.

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Gerölldiabase kommen an verschiedenen Orten in Skandinavien vor, als Leitgeschiebe sind sie weniger geeignet. Dieses Exemplar erinnert an einen Brevik-Diabas, der Sedimentgesteine der Almesåkra-Formation führt. Zum Thema Gerölldiabase siehe auch: kristalline-geschiebe.de

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Dolerit mit eingeregelten Plagioklasleisten, eckigen Pyroxenen (Klinopyroxen, wohl Augit) und gelblichbrauner Verwitterungsrinde. Die im folgenden gezeigten Dolerite werden z.T. zur Zentralskandinavischen Dolerit-Gruppe (CSDG) gehören, eine allgemeine Bezeichnung für postjotnische Dolerite, falls man z.B. den Begriff „Typ Åsby“ auf Dolerite mit typisch intergranularem Gefüge beschränken möchte. Alle diese Dolerite sind keine Leitgeschiebe, da sie von Westschweden bis Westfinnland auftreten.

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Schnitt durch das vorige Exemplar. In einer schwarzen, feinkörnigen Grundmasse liegen reichlich transparente bis weiße Plagioklasleisten, manche von ihnen sind von leicht grünlicher Farbe. Einige Querschnitte durch schwarze Klinopyroxene weisen 90°-Winkel auf. Olivin wurde nicht sicher erkannt, möglicherweise liegt er auch serpentinisiert als schwarze Masse vor. Die Probe reagiert deutlich auf einen Handmagneten.

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Diabasporphyrit mit eingeregelten Plagioklasen, grüner Verwitterungsrinde, ohne erkennbare größere Pyroxeneinsprenglinge. Die Grundmasse ist gleich- und feinkörnig ausgebildet.

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Dolerit mit leicht gebogenen Plagioklasleisten und größeren Augiten.

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Dolerit. Ophitisches Gefüge klar unterscheidbarer kleinerer Plagioklasleisten. Dazwischen befinden sich viele kleine Klinopyroxene (Augit) und eine schwarze, feinkörnige Grundmasse, wiederum bestehend aus diesen beiden Komponenten. Zusätzlich gibt es eckige Feldspäte als größere Einsprenglinge (Plagioklas), manche mit dunklen Mineralen im Kern. Einige größere schwarze Pyroxene sind ebenfalls zu erkennen. Das Gestein reagiert magnetisch.

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Grüner Plagioklasporphyrit, BB 14 cm, mit langen schmalen Plagioklasleisten. In der grünen Grundmasse sind dunkle Minerale erkennbar, Klinopyroxen oder Hornblende als Alterationsprodukt. Solche grob porphyrischen Diabase sind in der KFH häufiger zu finden, die Herkunft bleibt unklar.

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Diabasporphyrit, BB 13 cm. Auf dem Etikett steht ein Vermerk, daß dieses Gestein aus dem Umfeld von Rapakiwi-Plutonen stammen könnte. Dies muß wohl Annahme bleiben, da auch jene zahlreichen Dolerite und Diabase mit großen Einsprenglingen lokal zu unspezifisch ausgebildet sind, sie kommen sowohl in Rapakiwiplutonen als auch außerhalb vor und sind daher keinem bestimmtem Vorkommen zugeordnet (pers. Mitteilung H. Wilske).

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Vermutlich ein Gabbro, wahrscheinlich uralitisiert. Bei der Uralitisierung eines Gabbros findet ein Stoffumsatz von Klinopyroxen zu grünlichschwarzem Amphibol (Aktinolith) statt. Letzterer besitz eine faserige Struktur und ist verwitterungsbeständiger als Pyroxen. Dadurch liegt der schwarze Mineralbestandteil hier leicht erhaben über dem oberflächlich kaolinisierten Plagioklas. Der Kern der schwarzen Minerale kann noch aus Pyroxen bestehen, auf der Schnittfläche wurde aber keine Coronabildung (Augit → Amphibol) beobachtet. Die Unterscheidung von Gabbros und Dioriten erfolgt über den Anorthitgehalt, der makroskopisch nicht zu ermitteln ist. Die Ansprache als Gabbro bezieht sich hier v.a. auf die Uralit-Textur. Rechts: Angeschliffene und befeuchtete Fläche des vorherigen Stückes. Eine schwarze, zusammenhängende Kristallmasse aus Pyroxen und/oder Amphibol sowie rissige (magmatisch korrodierte?) und leicht grünliche Plagioklas-Kristalle. Magnetit ist ebenfalls enthalten.

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Gabbroides Gestein mit Kontakt zu einer pegmatitischen Partie/Schriftgranit. Das stark verzahnte Gefüge von Plagioklas, Pyroxen und/oder Hornblende läßt eher an einen Gabbro als an einen Diorit denken. Gut sichbar ist eine Zonierung durch den Kontakt zur pegmatitischen Partie. Hier fand eine Metasomatose statt, die urspünglich transparenten Plagioklas (obere Hälfte des abgebildeten Stückes) in Albit umwandelte (Weißfärbung und Intransparenz der Plagioklase am Kontakt; Na-Metasomatose). Überdies sind hellgrüne Alterationsprodukte in einem schmalen Band in etwa 1 cm Abstand zum Kontakt erkennbar. Schlieren mit solchen Mineralen (z.B. Epidot, Prehnit u.ä.) finden sich auch in der pegmatitischen Partie, die im wesentlichen aus Feldspat und Quarz besteht und weiterhin durch rote, vermutlich hämatithaltige Pigmente fleckig gefärbt wird.

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Grobkörniger Gabbro mit eingeregelten großen Plagioklaskristallen, Bildbreite 40 cm. Eine Kristallmasse aus Pyroxen füllt die Zwischenräume der Plagioklasleisten aus. Die Körnigkeit des Gesteins liegt jenseits der für Gabbros und Dolerite üblichen Korngrenzen (3-5 mm).

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Angefeuchtet weisen die Leisten dunkelgraue, transparente und weiße, undurchsichtige Partien auf, teilweise mit einem labradorisierendem Schimmer, möglicherweise auf Feldspat-Entmischung zurückzuführen, welche in dunklen Magmatiten aber nicht üblich ist (Vinx 2010). Die Größe der Kristalle spricht für eine langsame Abkühlung bei gleichzeitiger Einregelung durch magmatische Lamination. Grünliche Verwitterung des mafischen Minerals weist auf Pyroxen hin.

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Anorthositisches Mischgestein. Grüngelbe und kaolinisierte Plagioklaskristalle, auf der Rückseite des Stückes weiß gefärbt, sind von einer netzartigen, weißen bis dunklen Kristallmasse umgeben, die wiederum weißen Feldspat, vermutlich weitgehend Plagioklas, sowie dunkle Minerale (Hornblende) enthält. Bei einem Mafitanteil unter 10% ist das Gestein ein Anorthosit, er liegt vermutlich unterhalb dieser Schwelle. Anorthosite aus archaischen Gesteinsfolgen sind vom Gabbro ausgehende magmatische Differentiate, die aufgrund ihres geringeren spez. Gewichts in Magmakammern „aufschwammen“ und große Gesteinskomplexe bildeten. Dieses Stück nun wurde offenbar nachträglich von einem anderen, tonalitischem bis granitischem Magma überprägt, das zwischen den großen Plagioklasen Platz nahm und möglicherweise ehemals vorhandene Mafite verdrängte oder umwandelte (Hornblende).

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Trockene Partie der Rückseite (alte, angewitterte Bruchfläche).

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Eine frischere Bruchfläche weist eine dunkle Färbung der Plagioklase durch enthaltene Mafite auf. Leicht labradorisierende Lichtreflexe der Plagioklaskristalle sind zu beobachten. Zudem weist der Grünton der Plagioklase auf eine hydrothermale Alteration hin.

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In den Zwickeln zwischen den großen Plagioklaskristallen finden sich Quarzpartien, die durch Reaktionssäume von dunklen Mineralen schwarz gefärbt scheinen. Der Feldspat in den Zwischenräumen konnte nicht sicher identifiziert werden. Es kann sich sowohl um Plagioklas als auch um Alkalifeldspat handeln. An einigen Stellen wurde polysynthetische Verzwilligung beobachtet, was für ein Eindringen einer tonalitischen bis granodioritischen Schmelze spricht. Eine gleichzeitige Gegenwart von Kalifeldspat kann allerdings nicht ausgeschlossen werden. Die aufdringende Schmelze hat sich möglicherweise mit dem anorthositischen Gestein vermengt und mafische Bestandteile verändert, was sich in den schwarzen Reaktionssäumen (Hornblende?) äußert. Letztere sind ein Indikator für eine unvollständig abgelaufene chemische Gleichgewichtsreaktion, eine Homogenisierung des Magmas ist also nicht erfolgt (magma mixing). Unter der Lupe erkennt man, daß das „sekundäre“ Magma recht quarzreich ist. Darin finden sich Mafite in nadeliger Ausbildung, vermutlich Amphibole.

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Angefeuchtete Partie der Rückseite. Die schwarzen Reaktionssäume, vermutlich von Hornblende um trüben, xenomorphen Quarz, treten deutlicher hervor.

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Leukogabbro oder „anorthositischer Gabbro“, offenbar ebenfalls mit verändertem Mineralbestand. Es ist eine Coronabildung zu beobachten. Schwarze Säume (Hornblende?) um melanokrate Bestandteile (Pyroxen und/oder Olivin?) zeigen eine unvollständig abgelaufene Mineralreaktion an. Das Innere der Coronen ist z.T. herausgewittert und der Mineralbestand somit nicht mehr bestimmbar, ein Schnitt wird genaueren Aufschluß erbringen. Möglicherweise könnte es sich um einen Leukogabbro von Nordingrå (Allivalit) handeln.

 

Diabas-Mandelsteine

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Grüner Diabas-Mandelstein mit heller Verwitterungsrinde, Herkunft unbekannt. Manche der mit durchsichtigen bis weißen Mineralen ausgekleideten Mandeln (HCl negativ) weisen einen schwarzgrünen Reaktionssaum auf, dessen Mineralbestand makroskopisch nicht genauer geklärt werden kann, vermutlich handelt es sich um Chlorit.

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Ausschnitt aus einem größeren Stück Diabas-Mandelstein mit vorwiegend schwarzen, opaken und wenig hellen Mandeln in einer grüngrauen, körnigen Grundmasse. BB 10 cm.

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Interessanter Diabas-Mandelstein mit feinkörniger Grundmasse und einem offenbar während der Abkühlung des Gesteins in Auflösung befundenem großen Xenolithen (Feldspat, Quarz, Mafite). Schwarze Mandeln zeigen einen grünen Reaktionsrand und reagieren deutlich magnetisch.

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Auf der Rückseite der geschnittenen Scheibe offenbart sich ein größerer Querschnitt des assimilierten Fremdgesteins-Einschlusses (Xenolith), Oberfläche angefeuchtet. Im Xenolith enthaltener Quarz erscheint zum Teil zerschmolzen, Feldspat ist weiß bis rötlich gefärbt, einige wenige schwarze Minerale sind enthalten.

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Grüne bis schwarze Reaktionssäume um einzelne runde Blasenhohlräume sind hier besser erkennbar. Magnetit ist ebenfalls zugegen. Ferner erkennt man eine einzelne rote Hohlraumfüllung mit gebändertem Achat. Der größere Einschluß könnte wieder ein Xenolith sein. Seine mineralogische Beschaffenheit ist unklar. Man sieht rote Feldspäte mit erkennbarer Verzwilligung sowie weitere runde Blasen mit konzentrischen grünen und weißen Ringen um schwarze Kerne.

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Detail einiger Blasenhohlräume (von unten nach oben): 1. eine Füllung mit transparentem Mineral (HCl negativ), umgeben von einem schwarzen (Hornblende?) und einem grünen (Chlorit?) Rand. 2. weiße Mandel mit grünem Rand (HCl negativ), 3. ein einzelner, mit einem schwarzen Mineral gefüllter Hohlraum, grüner Rand, 4. oben eine Achatmandel mit Bänderung. Rechts: Detail des Xenoliths mit Quarz, Feldspat und dunklen Mineralen, zum Kontakt hin mit verstärkter Hämatitausscheidung.

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Vermutlich eine vulkanische Brekzie mit lebhaftem Farbspiel. Gerundete und eckige Klasten in einer ockerfarbenen feinkörnigen Masse, die feiner brekziiertes Material führt. Weiße, hell- und dunkelgrüne Mineralfüllungen in Hohlräumen.

Geschiebe in Hohenfelde

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Etwa 20 km östlich von Kiel liegt Hohenfelde. Am Örtchen Hubertsberg und am nahegelegenen Campingplatz in der Nähe der Straußenfarm entstanden im Juli 2014 und Oktober 2014 die folgenden Fotos von Strandgeschieben. Man beachte auf obigem Foto die günstigen Handstückgrößen.  Weiterlesen